Pressebericht zum 6. Pirmasener Nikolaus-Schnellschachopen

Der Saarbrücker FIDE-Meister Samir Mohammad gewinnt das 6. Pirmasenser Nikolaus-Schnellschachopen. Für den Turnierfavoriten, den ukrainischen Großmeister Yuri Solodovnichenko, reicht es nur zum zweiten Platz.


Blick in den Turniersaal: Vorne rechts FM Mohammad Samir gegen GM Yuri Solodovnichenko (rechts), dahinter CM Markus Müller gegen Johannes Vogel (rechts).

Nach einem Blick auf die 41 Spieler zählende Anmeldeliste beim Pirmasenser Nikolaus-Schnellschachopen war eigentlich klar, wer den Turniersieg holen würde: Der beim badischen Oberligisten SC Untergrombach spielende ukrainische Großmeister Yuri Solodovnichenko lag auf der nach der internationalen Wertungszahl ELO geordneten Liste mit großem Abstand auf Rang 1. Der nächstplatzierte FIDE-Meister Samir Mohammed hatte eine um 300 geringere Wertungszahl – im Schach ein Unterschied von mehr als einer Liga. Vier Runden lang lief auch alles wie geahnt: Während der Großmeister vier Siege einfuhr, musste Mohammad in Runde vier gegen den späteren drittplatzierten Pirmasenser Johannes Vogel einen halben Punkt abgeben. Doch das direkte Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten in der fünften Runde endete mit einer Knall: Nachdem Samir Mohammed während der Partie in Vorteil geriet, wickelte der Großmeister in ein Endspiel ab, das nur sehr selten vorkommt und dessen Gewinnführung auch Meisterspielern in der äußerst kurzen Bedenkzeit am Ende einer Schnellschach-Partie oft misslingt. Doch Samir Mohammed führte das Matt mit Springer und Läufer zügig und fehlerlos herbei und die Überraschung war perfekt.


Die entscheidende Partie: Vorne FM Mohammad Samir gegen GM Yuri Solodovnichenko (rechts), dahinter CM Markus Müller gegen Johannes Vogel (rechts).

Weder Samir Mohammed noch Yuri Solodovnichenko und Johannes Vogel ließen in den Schlussrunden noch etwas anbrennen und blieben auf dem Treppchen. Bester Spieler des SC Pirmasens wurde Andreas Stock mit 5 Punkten auf Rang 5 und sicherte sich somit den Rating-Preis für Spieler mit einer Wertungszahl unter 2100. Weitere Ratingpreise gingen an Thomas Hellstern (SC Fehrbach), Abdirahman Mohammed (SG Kaiserslautern), Vladimir Horvat und Alister Stranz (beide SC Fischbach). Den Damenpreis gewann Dr. Bergit Brendel aus Frankfurt, die Schwester des Pirmasenser Rheinland-Pfalz-Liga-Spielers Ansgar Barthel. Bester Jugendlicher wurde Andre Bold, der neben einigen Unentschieden nur eine Niederlage in der letzten Runde gegen den Turniersieger einstecken musste. Den Seniorenpreis nahm Lukas Hubertus vom SC Siersburg mit nach Hause.


Ließ auch in der Schlussrunde nichts anbrennen: Vorne FM Mohammad Samir (links) gegen Jugendpreis-Sieger Andre Bold. Dahinter Ansgar Barthel in deutlich entspannter Pose im Geschwister-Duell gegen Dr. Bergit Brendel.

Neben den Geldpreisen für die Spitzenplatzierten und die Rating-Sieger verteilte der Vorsitzende des SC Pirmasens Michael Müller noch Sachpreise an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit mehr als 4 Punkten, darunter den vor wenigen Wochen gewählten Bundesturnierdirektor des Deutschen Schachbundes Gregor Johann aus Kaiserslautern und den Teilnehmer mit der weitesten Anreise: Kai-Uwe Schmidt, Spieler beim Klub Kölner Schachfreunde, hatte die lange Anreise auf sich genommen, um mit seinen Pirmasenser Schachfreunden, die er bei Turnieren in Dresden, Erfurt und Neustadt kennengelernt hatte, ein Turnier zu bestreiten.


Die Platzierungen 1 bis 5: Michael Müller (Vorsitzender SC PS), Dr. Christof Johann (5.), Johannes Vogel (3.), GM Yuri Solodovnichenko (2.), FM Samir Mohammad (1.), CM Markus Müller (4.), Pascal Laag, Daniel Marhöfer (beide Turnierleiter und Schiedsrichter)

Rangliste nach 7 Runden

Erstellt am 08 Dez 2019 von Michael Müller