Icelandic Open Blönduós 2025

Die Mail mit der Einladung zum „Icelandic Open“ anlässlich des hundertjährigen Bestehens des isländischen Schachverbandes einen Monat vor Turnierbeginn kam zwar etwas knapp, aber da Herbert und ich im April nicht am Reykjavík-Open teilnehmen konnten, war das für uns eine willkommene Gelegenheit, in diesem Jahr doch noch ein Schachturnier auf Island zu spielen.
Das „Icelandic Open“ in Akureyri anlässlich des hundertjährigen Bestehens des dortigen Schachklubs hatten wir im Mai 2019 schon mitgespielt. Dieses Turnier war nun quasi das Nachfolgeturnier.
Es fand vom 15. bis 22. Juni im malerischen Blönduós im Nordwesten von Island statt. Der kleine Ort mit etwa 900 Einwohnern liegt an der bekannten Ringstraße 1, die rund um die Insel führt, wird aber von Touristen eher als Zwischenstation genutzt.
Dort wurde am 23. Juni 1925 im Haus des Arztes der isländische Schachverband (Skáksamband Íslands) gegründet.
Der Veranstaltungsort „Krúttið“, eine liebevoll umgestaltete ehemalige Bäckerei, befindet sich gleich nebenan.
Im Unterschied zum Reykjavík-Open, das in der Regel im März oder April ausgerichtet wird, wird es hier etwa 100 km südlich des Polarkreises Mitte Juni nachts kaum dunkel.
Anreise
Wir kamen am Freitag, dem 13., nachmittags in Reykjavík an.
Am Abend gönnten wir uns einen leckeren Heringsteller in einem skandinavischen Restaurant. Der Kellner, der früher mal in Bamberg gewohnt hat, erkannte uns noch vom Vorjahr und sprach uns gleich auf Deutsch an. Er wusste sofort, was wir bestellen wollten.
Am nächsten Morgen ging es per vierstündiger Busfahrt weiter nach Blönduós. Den 1,5 km langen Fußmarsch mit Koffern von der Bushaltestelle zum Hotel über holprige Schotterwege konnten wir uns zum Glück sparen, da uns freundlicherweise ein Mitarbeiter des Hotels mit dem Auto abholte.
Schon in der Hotel-Lobby war zu sehen, dass hier in den nächsten Tagen Schach das Hauptthema sein wird.
Das Appartement übertraf unsere Erwartungen. Von der Terrasse aus hatten wir einen wunderschönen Blick auf das Meer, und in der Ferne war die Silhouette der Westfjorde zu erkennen. An einigen Tagen ließen sich sogar Orcas blicken.
Erkundungen
Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang entlang des Lachsflusses Blanda, der hier in Blönduós in die Bucht Húnaflói mündet.
Weiter ging es über eine Brücke in den neueren Ortsteil mit seiner architektonisch sehenswerten modernen Kirche.
Die alte Kirche befindet sich im historischen Ortsteil in unmittelbarer Nähe unseres Hotels und kann von Urlaubsgästen als „Church Suite“ gebucht werden.
Abends bestellten wir Fisch im Hotelrestaurant, wo wir auf die Spieler und den Vorstand des isländischen Schachverbandes trafen.
Am Sonntagvormittag hatten wir Zeit für einen Besuch im Textilmuseum. Dort gab es neben isländischen Nationaltrachten und Textilkunst ein Zimmer, das der Pionierin der isländischen Handarbeitskultur Halldóra Bjarnadóttir gewidmet ist, die 1981 im Alter von 108 Jahren in Blönduós starb.
1. Runde
Am Nachmittag wurde das Icelandic Open von der frisch gewählten Präsidentin des isländischen Schachverbandes, Jóhanna Björg Jóhannsdóttir, eröffnet. Da das Turnier gleichzeitig als Landesmeisterschaft gewertet wurde, waren viele spielstarke isländische Titelträger am Start, die hier um den Titel „Isländischer Meister“ kämpften.
Ich durfte an Brett 2 mit Schwarz gegen den jungen isländischen Großmeister Vignir Vatnar Stefánsson antreten. Mit etwas Losglück hätte ich den ehemaligen Weltklassespieler Ivan Sokolov bekommen können, der 2019 das „Icelandic Open“ in Akureyri gewonnen hatte und somit hier als Titelverteidiger am Start war.
Herbert bekam den Internationalen Meister Bjorn Thorfinnsson zugelost. Gegen dessen jüngeren Bruder GM Bragi Thorfinnsson hatte er schon 2019 in Akureyri gespielt.
In meiner Partie stand ich zwar immer etwas passiv, aber sehr solide. Erst im 31. Zug machte ich mit De7? den entscheidenden Fehler. Nach 32.De3! war die Partie nicht mehr zu retten. Stattdessen hätte ich mit 31…Se6! den Kasten zusammenhalten können.
Herbert verschmähte mehrfach die Gelegenheit, mittels Damentausch in ein ausgeglichenes Endspiel abzuwickeln. Schließlich stand er auf verlorenem Posten. Am Ende übersahen beide Spieler eine taktische Finesse, die allerdings für einen Menschen schwer zu finden ist.
GM Vignir Vatnar Stefánsson (ISL) 2515 – Ansgar Barthel (GER) 2042 1 – 0
IM Bjorn Thorfinnsson (ISL) 2367 – Herbert Dietzsch (GER) 1982 1 – 0
2. und 3. Runde, Pub-Quiz
Am Montag war nicht nur eine Doppelrunde angesetzt, sondern am Abend auch das traditionelle Pub-Quiz.
In der Vormittagsrunde versuchte ich gegen einen isländischen Jugendspieler, den Ball flach zu halten, was mir gelang. Nach zwanzig Zügen gab es eine dreimalige Zugwiederholung. Aufgrund der besseren Bauernstruktur hätte ich vielleicht versuchen sollen, mehr herauszuholen.
Herbert vermied mit Weiß gegen die Drachenvariante Komplikationen, die sich nach der langen Rochade ergeben konnten. Stattdessen rochierte er kurz und wartete ab, was sein Gegner unternimmt. Seine Rechnung ging auf: Im 28. Zug griff sein Gegner fehl und erlaubte eine Taktik, mit der Herbert die Qualität und später die Partie gewinnen konnte. Der Computer fand eine komplizierte Zugfolge, mit der Schwarz die Partie trotzdem retten konnte.
Ansgar Barthel (GER) 2042 – Ingvar Wu Skarphedinsson (ISL) 2063 ½ – ½
Herbert Dietzsch (GER) 1982 – Heimir Pall Ragnarsson (ISL) 1769 1 – 0
In der Nachmittagsrunde bekam es Herbert mit der isländischen Nationalspielerin Lenka Ptacnikova zu tun, deren beide Söhne ebenfalls im Turnier spielten. Herbert verlor einen Bauern, hatte aber wegen der ungleichfarbigen Läufer zunächst noch Hoffnungen auf ein Remis. Als dann ein weiterer Bauer fiel, schien seine Lage aussichtslos. Dann geschah etwas Unerwartetes: Im 49. Zug überlegte Herberts Gegnerin so lange, bis ihre Zeit abgelaufen war. Offenbar wollte sie sichergehen, kein Gegenspiel zuzulassen, vergaß dabei aber die Uhr. Herbert war es sehr unangenehm, gegen seine sympathische Gegnerin auf diese Weise zu einem vollen Punkt zu kommen. Er hätte sich gerne mit ihr auf einen halben Punkt geeinigt, aber das Reglement ließ das nicht zu.
Ich bekam zum zweiten Mal an diesem Tag Weiß – gegen den mit 80 Jahren ältesten Teilnehmer des Turniers. Als Folge meiner schwachen Eröffnung hätte ich leicht in die Defensive geraten können, aber mein Gegner ließ mich entkommen. Nach mehr als drei Stunden beging mein Gegner im Endspiel schließlich einen Fehler, der es mir erlaubte, die Partie mittels eines langfristig geplanten Springeropfers zu meinen Gunsten zu entscheiden.
Lenka Ptacnikova (ISL) 2158 – Herbert Dietzsch (GER) 1982 0 – 1
Ansgar Barthel (GER) 2042 – Olafur Sigurbjörn Ásgrímsson (ISL) 1 – 0
Obwohl Herbert und ich beide sehr lange Partien spielten, schafften wir es trotz halbstündigem Fußmarsch zum Restaurant auf der anderen Seite des Flusses noch, am abendlichen Pub-Quiz teilzunehmen. Die Startzeit des Quiz wurde glücklicherweise verschoben, um allen Spielern eine Teilnahme zu ermöglichen. Wir traten wie schon in früheren Jahren als Team „Bärmesenser Schlabbefligger“ an. Auch wenn Herbert es sich gewünscht hatte, waren die Fragen diesmal nicht leichter. Mit 12 von 20 möglichen Punkten landeten wir passabel im Mittelfeld. Vielleicht wären mit etwas Glück ein oder zwei Punkte mehr drin gewesen, aber auch damit wären wir von den 18 Punkten des Siegerteams weit entfernt gewesen.
Freier Tag
Am Dienstag, dem 17. Juni, dem isländischen Nationalfeiertag, nahmen wir uns für die 4. Runde ein Bye, um die Region näher zu erkunden.
Vormittags besuchten wir zu Fuß die Insel Hrútey, die am Ortseingang von Blönduós im Fluss Blanda liegt und über zwei Fußgängerbrücken erreichbar ist.
Wir waren überrascht von der üppigen Vegetation. Als wir durch den kleinen Wald liefen, hatten wir eher den Eindruck, uns im Pfälzer Wald zu befinden als auf Island.
Ohne Leihwagen war es schwierig, Ausflüge zu machen. Wir nutzten daher am Nachmittag die Gelegenheit, mit dem öffentlichen Bus in den nächsten größeren Ort Sauðárkrókur zu fahren.
Dort gab es die Ausstellung „1238 The Battle of Iceland“, in der wir einiges über die blutige Schlacht von Örlygsstaðir zwischen isländischen Clan-Familien erfuhren. Schließlich konnten wir uns mittels VR-Brille mitten ins Geschehen versetzen lassen und aktiv an der Schlacht teilnehmen.
5. und 6. Runde
Am Mittwoch war erneut eine Doppelrunde angesetzt.
Meine Partie war schnell beendet, nachdem mein Gegner bereits nach acht Zügen einen Läufer eingestellt hatte. Auch Herberts Partie dauerte nicht viel länger. Er stellte im 16. Zug seinen Springer ein und gab daraufhin auf.
Herbert Dietzsch (GER) 1982 – Stefan Steingrimur Bergsson (ISL) 2151 0 – 1
Unnar Arnason (ISL) – Ansgar Barthel (GER) 2042 0 – 1
Nachmittags bekam ich mit IM Bjorn Thorfinnsson Herberts Gegner aus der ersten Runde. Ich baute mich mit Weiß solide auf, woraufhin mein Gegner viel Zeit damit verbrauchte, nach einem Plan zu suchen. Als sich die Stellung später öffnete, verlor mein Gegner bei knapper Zeit den Überblick und lief in eine Springergabel. Die Mehrqualität konnte ich dann ins Endspiel retten. Ich gab die Qualität allerdings unnötigerweise zurück, um in ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern abzuwickeln. Bei genauem Spiel wäre das nicht zu gewinnen gewesen. Glücklicherweise fand mein Gegner nicht die beste Verteidigung, sodass ich doch noch den vollen Punkt einfahren konnte.
Herbert konnte sich nach zweifelhafter Eröffnung aus der Defensive befreien und erreichte eine ausgeglichene Stellung. Mit einem unbedachten Zug stellte er die Partie dann allerdings ein.
Ansgar Barthel (GER) 2042 – IM Bjorn Thorfinnsson (ISL) 2367 1 – 0
CM Bjorn Holm Birkisson (ISL) 2128 – Herbert Dietzsch (GER) 1982 1 – 0
Abends nach unseren Partien versuchten wir uns an fermentiertem „Gammelhai“ (Hákarl), den ich im örtlichen Supermarkt gekauft hatte. Nicht unbedingt ein kulinarischer Genuss, aber mit dem Brennivín danach einigermaßen erträglich.
7. Runde
Die 7. Runde bescherte mir mit Schwarz den FIDE-Meister Hilmir Freyr Heimisson. Bis zum 12. Zug verlief die Partie identisch zur Begegnung meines Gegners aus der Runde zuvor, dann spielte ich einen vorbereiteten Zug, der die Partie in taktische Bahnen lenkt. Die kritischen Varianten, in denen ich einen Turm opfern muss, hatte ich mir angeschaut. Mein Gegner ließ sich nicht darauf ein und wählte eine Abwicklung, in der ich einen Mehrbauern behalte, dafür aber auf die Rochade verzichten muss. Die Stellung war kompliziert und blieb bis zum 23. Zug dynamisch im Gleichgewicht. Hier fand ich schließlich nicht die richtige Fortsetzung und musste nach einigen Schachgeboten meines Gegners aufgeben.
Herbert wollte sich nicht auf seinen Gegner vorbereiten, weil er laut eigener Aussage ohnehin nie das aufs Brett bekommt, was er analysiert hat. Ich konnte ihn trotzdem dazu bringen, sich einige Varianten gegen Caro-Kann anzusehen, da sein Gegner diese Eröffnung laut Datenbank fast immer spielt. In der Partie kam tatsächlich 1. e4 c6 aufs Brett. Nach 2. d4 zog sein Gegner jedoch überraschend 2… d6!?, wobei Herbert beim Ausführen dieses Zuges ein leichtes Grinsen bemerkt haben will. Die Vorbereitung war also wieder mal für die Katz, doch Herbert gewann die Partie schnell und souverän.
FM Hilmir Freyr Heimisson (ISL) 2349 – Ansgar Barthel (GER) 2042 1 – 0
Herbert Dietzsch (GER) 1982 – Larus H. Bjarnason (ISL) 1713 1 – 0
8. Runde
Für Runde 8 wurde mir Lenka Ptacnikova zugelost, die gegen Herbert auf Zeit verloren hatte. Ich kam vorteilhaft aus der Eröffnung und behielt lange die Initiative, fand aber nicht das richtige Rezept gegen die Verteidigung meiner Gegnerin. Schließlich endete unsere Partie friedlich mit einer Zugwiederholung.
Herbert erlangte aus der Defensive heraus ein ausgeglichenes Mittelspiel, zog dann aber seine Bauern am Damenflügel zu forsch vor, wonach sein Gegner diese wie reife Früchte einsammeln konnte. Das folgende Turmendspiel war nicht mehr zu halten.
Ansgar Barthel (GER) 2042 – Lenka Ptacnikova (ISL) 2158 ½ – ½
Benedikt Thorisson (ISL) 2069 – Herbert Dietzsch (GER) 1982 1 – 0
In der Nacht vor der letzten Runde konnten wir von unserer Terrasse aus einen besonders schönen Sonnenuntergang beobachten.
9. Runde
Meinem Gegner in der letzten Runde war klar, dass in unserer Partie der 1. Geldpreis in der Kategorie S50 ausgespielt wurde. Er hatte sich daher intensiv auf mich vorbereitet, während ich mir nachts den Sonnenuntergang angesehen hatte. Auf dem Brett ergab sich eine scharfe Variante, in deren Variantendschungel ich mich verirrte. In der Analyse nach der Partie zeigte mir mein Gegner, dass er sämtliche meiner Partien in dieser Variante aus der Datenbank kannte.
Herbert nutzte einen Fehler seines Gegners, eroberte die Kontrolle über die f-Linie und startete einen entschlossenen Königsangriff, der keine Verteidigung mehr zuließ.
FM Sigurbjorn Bjornsson (ISL) 2291 – Ansgar Barthel (GER) 2042 1 – 0
Herbert Dietzsch (GER) 1982 – Jon Arnljotsson (ISL) 1858 1 – 0
Siegerehrung
Am Abend fand im Hotel die Siegerehrung statt. Mit jeweils 4,5 Punkten aus 9 Partien hatten Herbert und ich die 3. Geldpreise in den Kategorien S65 und S50 gewonnen.
Herbert bekam seinen Preis von der isländischen Staatspräsidentin Halla Tómasdóttir überreicht, die extra für die Siegerehrung aus Reykjavík angereist war.
Anschließend waren wir zum Gala-Dinner mit viel Prominenz eingeladen.
Blönduós Blitz
Am Sonntag wollten wir eigentlich mittags den Bus zurück nach Reykjavík nehmen, um dort abends einen weiteren Heringsteller zu essen. Dann bemerkten wir, dass uns der Turnierorganisator Gunnar Björnsson schon auf die Teilnehmerliste des abschließenden Blitzturniers gesetzt hatte. Da wir ihn nicht enttäuschen wollten, spielten wir mit. Mit 4,5 bzw. 5 aus 9 landeten wir zwar nur im Mittelfeld, es war aber trotzdem ein schöner Abschluss des Schach-Events in Blönduós.
Abreise
Wir fuhren mit dem Abendbus zurück nach Reykjavík und erreichten unsere Unterkunft kurz vor Mitternacht, wo unsere Zimmerschlüssel in einer Box hinterlegt waren. Der Heringsteller fiel leider aus. Da wir um 3 Uhr morgens den Bus zum Flughafen Keflavík bekommen mussten, blieben uns kaum zwei Stunden Schlaf.
Nach unserer Ankunft in Frankfurt mussten wir uns erst an die dortige Hitze von über 30 Grad gewöhnen.
Links
Alle Ergebnisse:
Icelandic Open 2025
Fake News:
Reisebericht aus Spielersicht: Zwei Deutsche in Blönduós – Schach, Sturm und Skyr
Frühere Berichte zu Turnieren in Island:
Reykjavikopen 19.-27.04.2017
Icelandic Open Akureyri 2019
Reykjavik Open 2022
Harpa-Streiflichter (Reykjavik open 2022)
Reykjavik Open 2024
Erstellt am 12 Juli 2025 von Ansgar Barthel
Reisebericht aus Spielersicht: Zwei Deutsche in Blönduós – Schach, Sturm und Skyr
Von Ansgar Barthel & Herbert Dietzsch
Achtung: Der folgende Text wurde KI-generiert. Für 100% Wahrheitsgehalt kann daher nicht garantiert werden. Er dient nur als Platzhalter und wird wieder gelöscht, sobald der echte Bericht geschrieben wurde.
Als wir – Herbert Dietzsch und ich, Ansgar Barthel – uns im Juni 2025 auf den Weg nach Island machten, wussten wir: Dieses Turnier würde etwas Besonderes werden. Nicht nur wegen der atemberaubenden Landschaft, sondern auch wegen des Anlasses – 100 Jahre isländischer Schachbund. Und so fanden wir uns als einzige deutsche Teilnehmer in Blönduós wieder, einem kleinen Ort mit großem Schachherz.
Ankunft in Blönduós – Willkommen im Norden
Die Anreise war ein kleines Abenteuer: Nach einem verspäteten Anschlussflug in Kopenhagen und einer nächtlichen Busfahrt durch nebelverhangene Fjorde kamen wir um 3 Uhr morgens in Blönduós an – empfangen von einem freundlichen Hotelier, der uns mit den Worten „Ihr seid die Deutschen, oder?“ und zwei Tassen heißem Kakao begrüßte.
Das Turnier – Spannung auf jedem Brett
Das Teilnehmerfeld war beeindruckend: Großmeister wie Ivan Sokolov, Hannes Stefánsson und Ivan Schitco sorgten für internationales Flair. Für uns beide war es eine Herausforderung – und ein Vergnügen.
Herbert erinnert sich besonders an seine Partie gegen Bjorn Thorfinnsson (2367): „Ich hatte eine solide Stellung, dann kam ein Springeropfer auf f7 – ich hab’s kommen sehen, aber trotzdem gespielt. Manchmal will man einfach wissen, wie schlimm es wirklich wird.“
Ich selbst durfte gegen GM Hannes Stefánsson (2424) antreten. Nach der Partie sagte er mit einem Lächeln: „Du hast mich im 17. Zug überrascht – das passiert mir nicht oft.“ Das war mein persönliches Highlight.
In den späteren Runden konnten wir uns besser behaupten: Herbert gewann zwei Partien gegen isländische Jugendspieler, ich holte einen vollen Punkt gegen einen litauischen FM – nach einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern, das sich wie eine Ewigkeit anfühlte.
Zwischen den Zügen – Island erleben
Neben dem Schach blieb Zeit für Entdeckungen:
Herbert wurde beim Spaziergang am Fjord von einem Schaf verfolgt, das offenbar sein Toastbrot für eine Futterquelle hielt. „Ich habe noch nie so schnell einen Hang hochgesprintet – in Wanderschuhen!“
Ich versuchte mich an fermentiertem Gammelhai – eine kulinarische Mutprobe. Fazit: „Einmal reicht. Aber der isländische Brennivín danach hat’s wieder gut gemacht.“
Ein besonderes Erlebnis war das Blitzturnier am letzten Abend. In der letzten Runde spielte ich gegen einen 12-jährigen Isländer, der mich in 18 Zügen mattsetzte – mit einem breiten Grinsen. „Er hat mir danach erklärt, wie ich mich hätte retten können. Auf Isländisch. Ich hab kein Wort verstanden, aber genickt.“
Fazit – Ein Erlebnis, das bleibt
Das Icelandic Open war für uns mehr als ein Turnier. Es war eine Reise zu neuen Freunden, zu schachlichen Herausforderungen und zu einem Land, das uns mit seiner Weite und Gastfreundschaft tief beeindruckt hat. Wir danken den Organisatoren – und wer weiß: Vielleicht sind wir beim 105-jährigen Jubiläum wieder dabei. Dann mit besserem Isländisch. Und mehr Brot für die Schafe.
Erstellt am 28 Juni 2025 von Ansgar Barthel
Reykjavik Open 2024
Anfang März machten sich mit Herbert und mir mal wieder zwei Pirmasenser auf den Weg nach Island zum renommierten Reykjavik Open.
Wir reisten knapp eine Woche vor dem Turnier an, um noch einige Tage an den Ostfjorden verbringen zu können – einer Region, die wir bei unseren früheren Island-Aufenthalten noch nicht besucht hatten.
Da der Weiterflug in den Osten erst am nächsten Tag möglich war, benötigten wir eine Übernachtung in Reykjavik.
Mit dem „Reykjavik Natura“ wählten wir ein Hotel, das eine große Schachtradition aufzuweisen hat: Fischer logierte hier 1972 während seines WM-Matches gegen Spassky, Hort und Spassky spielten hier 1977 ihr Kandidatenviertelfinale, bis 1988 war es einige Male Spiellokal des Reykjavik Open und zuletzt 2021 Austragungsort der Europaeinzelmeisterschaft.
Am nächsten Morgen ging es per einstündigem Inlandflug quer über die Insel weiter nach Egilsstaðir, der mit gut 2600 Einwohnern größten Stadt im Osten Islands.
Den See Lagarfljót, in dessen Tiefen ein Seeungeheuer hausen soll, konnten wir von unserem Hotel aus zu Fuß erreichen.
Für Ausflüge in die Fjordstädte Seyðisfjörður und Neskaupstaður nahmen wir den kostengünstigen öffentlichen Bus.
Seyðisfjörður ist für seine bunten Häuser und seinen Naturhafen bekannt, der Island im Sommer per Autofähre über die Färöer und Dänemark mit dem europäischen Festland verbindet.
Neben Siglufjörður war es eines der beiden Hauptdrehorte der 1. Staffel der Krimiserie „Trapped – Gefangen in Island“.
Neskaupstaður ist von bis zu 1000 m hohen Bergrücken umgeben und per Land durch einen 7,5 km langen Tunnel erreichbar, der bei schlechten Wetterbedingungen gesperrt wird.
Man nennt den kleinen Fischerort auch Litla Moskva („Klein-Moskau“), da er früher als einzige Gemeinde in Island mehr als 50 Jahre lang sozialistisch regiert wurde.
Das schlechte Wetter dort überbrückten wir in einem gemütlichen Café, bis uns der einmal täglich fahrende Bus wieder zurück nach Egilsstaðir brachte.
Am letzten Tag vor unserem Rückflug nach Rekjavik meinte es das Wetter immer noch nicht gut mit uns, aber der Besuch im Geothermalfreibad „Vök“ war somit umso schöner.
Für die Tage während des Turniers hatten wir ein geräumiges Appartment mit Küche im Zentrum von Reykjavik unweit der bekannten Hallgrimskirche gebucht.
Spiellokal war wie in den Jahren zuvor wieder das extravagante Konzert- und Konferenzhaus Harpa nahe des alten Hafens.
Da es viel regnete, verzichteten wir auf größere Tagesausfüge und spielten erstmals alle 9 Runden des Turniers durch.
Die freie Zeit vor und nach den Runden nutzten wir für Sinfoniekonzerte in der Harpa, den Besuch einer Lava-Show und einen Kampf gegen den Eisbären im Saga-Museum.
Schachlich erging es uns wie folgt:
1. Runde
Dietzsch, Herbert (1998) – FM Dauner, Benedikt (2366) 0:1
Barthel, Ansgar (2073) – GM Zhu, Jiner (2467) 0:1
Herbert und ich wurden jeweils mit Weiß gegen nominell deutlich stärkere Gegner gelost.
Lustigerweise bekamen wir beide die Lc5-Variante im Sizilianer aufs Brett, die ich mit Herbert kurz angeschaut hatte, da sein Gegner diese gelegentlich spielt.
Nun konnte ich zu meiner Überraschung ebenfalls von der Vorbereitung profitieren. Unsere Partien verliefen bis zum 12. Zug identisch, dann wich Herbert ab, während ich der Vorbereitung noch bis zum 16. Zug folgte. Herbert entglitt die Partie nach der Eröffnung. Er musste eine Qualität geben, aber nach ungenauem Spiel seines Gegners bekam er später die Chance zum Ausgleich, die er leider nicht nutzte.
Ich erhielt eine gute Angriffstellung, fand aber nicht die stärkste Fortsetzung und wurde von meiner Gegnerin ausgekontert.
2. Runde
Mercure, Gilbert (1804) – Dietzsch, Herbert (1998) 0:1
Manenschijn, Wouter (1864) – Barthel, Ansgar (2073) 0:1
Herbert konnte den Bauern, den sein Gegner im sizilianischen Flügelgambit geopfert hatte, bis ins Endspiel retten, musste dann aber bei knapper Zeit, als plötzlich Matt drohte, den starken Zug 43…Sc6! finden, um den Vorteil in einen Sieg umzumünzen.
Mein junger Gegner spielte gegen meine Aljechin-Verteidigung den scharfen Vierbauernangriff, verlor aber bei taktischen Verwicklungen den Überblick.
3. Runde
Dietzsch, Herbert (1998) – WGM Pourkashiyan, Atousa (2270) 0:1
Barthel, Ansgar (2073) – Winnubst, Paul (1681) 1:0
Herbert hatte Weiß gegen Hikaru Nakamuras Ehefrau Atousa Pourkashiyan. Die Eröffnung verlief nicht gut für ihn und resultierte in einem Bauernverlust. Dann aber unterschätzte seine Gegnerin Herberts Konterchancen. Er bekam entscheidenden Königsangriff und verpasste ein forciertes dreizügiges Matt.
Stattdessen „begnügte“ er sich mit einem Turmgewinn. Leider achtete er in völliger Gewinnstellung nicht auf seine Uhr und überschritt die Zeit. Ähnlich muss sich Hort 1977 im Kandidatenmatch gegen Spassky in Reykjavik gefühlt haben, als er in Gewinnstellung die Zeit überschritt und danach das Match knapp verlor.
Ich hatte es erneut mit einem diesmal noch jüngeren Holländer zu tun. Nach Ungenauigkeiten meines Gegners in der Sweschnikow-Variante kam ich positionell in Vorteil. Diesen wollte ich sofort in materiellen Vorteil umwandeln, was meinem Gegner jedoch zu Gegenspiel verhalf. Schließlich konnte ich in ein Turm-Leichtfigur-Endspiel mit einem Mehrbauern abwickeln, das bei bester Verteidigung wohl nicht für mich zu gewinnen gewesen wäre. Mein Gegner spielte jedoch zu passiv, so dass ich das Endspiel nach langem Kampf doch noch für mich entscheiden konnte.
Als Rahmenprogramm wurde am Abend wieder das traditionelle Pub-Quiz veranstaltet, das jedoch erst mit Verspätung gestartet werden konnte.
Nicht wegen des Vulkanausbruchs auf der nahegelegenen Reykjanes-Halbinsel, der live in den Turniersaal übertragen wurde, sondern weil noch eine Partie der dritten Runde lief.
Herbert und ich nahmen wieder als Team „Bärmesenser Schlabbefligger“ teil und erreichten bei teilweise sehr schwierigen (Schach-)Fragen einen respektablen Mittelplatz.
4. Runde
Zarriess, Benjamin (1798) – Dietzsch, Herbert (1998) 0:1
IM Fantinel, Thibault (2421) – Barthel, Ansgar (2073) 1:0
Herbert musste lange lavieren, bis sich taktische Chancen ergaben, und am Ende stellte sein Gegner die Partie mit 33.Sg5+?? ein. Die beiden waren sich in der Post-Mortem-Analyse schnell einig, dass die Alternative 33.Sxc5! zwar besser gewesen wäre, letztendlich aber auch verliert. Der Computer zeigte dann am Abend allerdings, dass nicht Herbert, sondern sein Gegner klar besser gestanden hätte.
Ich hatte Schwarz gegen einen französischen IM, der gut auf meine Aljechin-Verteidigung vorbereitet war. In einem Turm-Leichtfigur-Endspiel konnte ich mich mit einem Minusbauern lange Zeit zäh verteidigen, aber bei beidseitig knapper Zeit ließ ich mir schließlich meinen Turm einsperren. Mein Gegner spielte hier den auf den ersten Blick logischen Zug 75.Kxh7??.
Bei knapper Zeit gab ich nach 75…Sc5?? 76.Tb5 Kd6 77.Txc5 Kxc5 78.Kg7 auf. Später zeigte mir der Computer, dass die Stellung mit 75…Sc7! wegen der Fesselung auf der 7. Reihe Remis zu halten gewesen wäre: 76.Tb6 Sxa6! oder 76.Kg6 Sxa6, und der h-Bauer reicht nicht zum Sieg.
5. Runde
Dietzsch, Herbert (1998) – Demir, Hilmi Mustafa (1842) 1:0
Barthel, Ansgar (2073) – Erskine-Pereira, Jack (1903) 0:1
In einer italienischen Partie zog Herberts Gegner seine die Königsflügelbauern forsch vor, aber nachdem Herbert den Königsflügel abgeriegelt hatte, fand sein König dort ein sicheres Plätzchen. Der gegnerische König am Damenflügel hingegen geriet in einen heftigen Angriff. Als auch noch die c-Linie vor dem König geöfnnet wurde, gab es keine Verteidigung mehr.
Ich hatte in dieser Runde meine schwächste Partie. Nachdem ich gegen die französische Verteidigung gut aus der Eröffnung gekommen war, spielte ich unnötig vorsichtig und ermöglichte meinem Gegener Konterchancen, die dieser dann auch nutzte und im Endspiel verwertete.
6. Runde
Chasin, Nico (2447) – Dietzsch, Herbert (1998) 1:0
Kaergaard, Sissel (1795) – Barthel, Ansgar (2073) 0:1
Diese Runde war für Herbert die Höchststrafe: nicht nur, dass er mit Schwarz gegen einen jungen IM antreten musste, die Partie fand zudem noch im abgetrennten Streaming-Bereich am Tisch neben den Botez-Schwestern statt und wurde live im Internet übertragen. Herbert war dem Druck nicht gewachsen: nach einer schwachen Eröffnung kam er schnell unter die Räder und musste im 30. Zug aufgeben. Ähnliches widerfuhr ihm zwei Jahre zuvor beim Reykjavik Open, als er an einem Live-Brett chancenlos gegen IM Robert Baskin verlor.
Gegen den Betonaufbau meiner Gegnerin fiel mir nichts besseres ein, als nicht ganz korrekt einen Bauern zu opfern, um die Stellung ein wenig zu komplizieren. Überraschenderweise nahm meine Gegnerin das Bauernopfer nicht an und manövrierte sich in eine Lage, in der ihre Dame in Bedrängnis geriet. Das als Befreiungsschlag gedachte Figurenopfer schlug nicht durch, so dass ich meine Mehrfigur ins Endspiel retten konnte. Trotzdem musste ich während der Partie eine Schrecksekunde überstehen, da meine Gegnerin nach einem unvorsichtigen Zug meinerseits mit 32.e5! dxe5 33.Txe5! zurück ins Spiel hätte kommen können.
7. Runde
Dietzsch, Herbert (1998) – Geirsson, Kristjan (1819) 0:1
Barthel, Ansgar (2073) – Helgadottir, Idunn (1849) 1:0
Herbert hatte zum zweiten Mal in diesem Turnier mit Weiß eine italienische Partie, in der der Gegner mit den Bauern am Königsflügel vorstürmte.
In der Diagrammstellung muss sich Herbert nur noch ein Luftloch mit 22.h3! machen, um den Bauern d6 dann im darauffolgenden Zug zu verspeisen.
Er spielte allerdings voreilig 22.Sxd6??, und musste nach 22…Sxd6 23.Txd6 Txd6 24.Dxd6 Td8! wegen der Grundlinienschwäche aufgeben.
Nach der Partie konnte er sich nicht erklären, warum er das Motiv zugelassen hat, da er es eigentlich gesehen hatte, nach dem Zug 21…g5 seines Gegners aber aus irgendwelchen Gründen dachte, dass es dann nicht mehr geht.
Nach einer missglückten Eröffnung wehrte sich meine junge Gegnerin tapfer. Nach langem Kampf kam es zu folgender Situation im Endspiel.
Hier hätte meine Gegnerin den Zug 49…Lh5! finden müssen, um Remischancen zu wahren. Stattdessen spielte sie 49…Le4?? und konnte nach 50.Tf8! das Matt nicht mehr verhindern.
8. Runde
Gudnyjarson, Sigurdur Pall (1789) – Dietzsch, Herbert (1998) ½:½
Tripathi, Pratyush (1905) – Barthel, Ansgar (2073) ½:½
Herbert spielte eine ruhige Partie, in der nach einigen schnellen Abtäuschen nicht viel passierte.
Nach 16…Ld4? 17.Lg5 Dxg5 18.Lxf5 g6 19.Lh3 Df6 einigte man sich auf Remis.
Doch auch hier fand die Engine später eine verblüffende Möglichkeit für Herbert:
16…Lxg3!! 17.hg3: Dg6! oder 17.fg3: De6 mit klarem Vorteil.
Ich ließ meinen Gegner aus einer zweifelhaften Eröffnung entkommen und musste schließlich umsichtig spielen, um die Partie in den Remishafen zu lenken.
9. Runde
Dietzsch, Herbert (1998) – Hermannsson, Sigurbjorn (1791) ½:½
Barthel, Ansgar (2073) – Sanitt, Ethan (1914) 1:0
In der Schlußrunde lieferte Herbert ein Beispiel dafür, dass man in einer Partie immer das ganze Brett im Auge behalten sollte.
Nach 22…Sf6 konnte Herbert mit 23.Lh4? g5 24.Lf2 Lxd5 25.Sxd5 Sxd5 26.Txd5 Tc6 nichts rausholen.
Hätte er seinen Blick über die andere Bretthälfte schweifen lassen, hätte er sicher das einfache 24.Lb6! mit Figurengewinn gefunden.
Mein Eröffnungsexperiment bewährte sich.
Mit 14.e5! Sg4 15.e6! Dxe6 16.d5 gewann ich Material und damit dann auch später die Partie.
Eine Überraschung erlebten wir an unserem letzten Tag in Island: auf unserer Busfahrt zum Flughafen Keflavik in den frühen Morgenstunden sahen wir plötzlich den Vulkanausbruch aus sicherer Distanz.
Fazit: es war wieder eine schöne Mischung aus Urlaub und Schach in einem aufregenden Land.
Alle Ergebnisse:
Reykjavik Open 2024
Erstellt am 27 Mai 2024 von Ansgar Barthel
Harpa-Streiflichter (Reykjavik open 2022)
Zum Rejkjavik Open 2022 durfte ich die kleine Pirmasenser Delegation (Herbert und Ansgar) auf die Reise nach Island begleiten. Zusätzlich zur Teilnahme an einem der stimmungsvollsten Turniere der Schachwelt konnte ich von dort vielfältige Eindrücke der Geschichte und Lebensart des ungemein sympathischen Reykjaviks und seiner Bewohner mitnehmen.
So lernte ich unter anderem, dass
- sich Autos auf Island den Fussgängern im Strassenverkehr vorsichtig nähern, „weil wir (die Isländer) doch so wenige sind und auf uns aufpassen müssen“
- man einen Sturz in die Nordsee vermutlich überleben kann, wenn man die selbe spezifische Körperfettstruktur aufweist wie einst der isländische Fischer Fridthorsson, der „Seehund-Mann“
- der Sieger GM R.Praggnanandhaa von indischen Jugendlichen auch kurz „Praggi“ genannt wird.
Aus dem Turniersaal
Das Open wurde im Konzert- und Konferenzhaus Harpa unter hervorragenden Bedingungen gespielt, dazu gibt es ein traditionell ein umfangreiches Rahmenprogramm.
Aus dem Turniersaal anbei zwei Momentaufnahmen, in denen kleine und grosse schachliche Vorbilder den Kampf entschieden.
Dies war das historische Vorbild:
In der Partie der 8.Runde gegen einen Jugendlichen aus England half eine andere Erinnerung:
Zurück in Reykjavik 2022:
Es war ein wundervolles Turnier und ich freue mich sehr auf ein Wiederkommen.
Erstellt am 10 Mai 2022 von Kai-Uwe Schmidt
Reykjavik Open 2022
Zwei Spieler des SC Pirmasens machten sich am 1. April 2022 auf den Weg nach Reykjavík zu einem der renommiertesten Schachturniere weltweit …
Kein Aprilscherz! Erstmals seit 2019 fand endlich wieder eine reguläre Auflage des weltberühmten Reykjavík Open statt.


Ankunft
Für Herbert und mich war Island kein Neuland mehr, da wir bereits Schachturniere in Reykjavík und Akureyri gespielt hatten.
Die Flüge waren größtenteils durch den Gutschein bezahlt, den wir zwei Jahre zuvor von Icelandair bekommen hatten, nachdem das Turnier wegen der beginnenden Corona-Pandemie abgesagt worden war.
Nach unserer Ankunft in Island bot sich uns eine verkehrte Welt.
Hatte es am Flughafen in Frankfurt gerade angefangen zu schneien, erwartete uns in Island sonniges Frühlingswetter (in den folgenden Tagen gab es dann allerdings Regen).
Auch mussten wir uns erst daran gewöhnen, dass niemand (bis auf ein paar „Exoten“ wie wir) eine Maske trug – auch nicht in dichtem Gedränge.
Nachdem Ende Februar in Island sämtliche Covid-Einschränkungen abgeschafft worden waren, scheint dort die „Normalität“ zurückgekehrt zu sein.

Heart of Stone
Wir waren schon einige Tage vor dem Turnier in Reykjavík, um noch etwas unternehmen zu können.
Mit Flohmarkt, weltbester Hummersuppe und Maritim-Museum ließen wir unseren ersten vollen Tag langsam angehen.
Der Versuch, vorab unser Spiellokal Harpa zu besuchen, scheiterte daran, dass dort gerade ein neuer Netflix-Film gedreht wurde.
Auch in den folgenden Tagen mussten wir aus demselben Grund so manchen Umweg in Kauf nehmen.
Herbert wird sich deshalb „Heart of Stone“ nicht anschauen, wenn der mal läuft.
Für das Abendessen hatten wir eigentlich ein üppiges Fischbuffet in unserem Lieblingsrestaurant geplant.
Unsere Enttäuschung war groß, als wir feststellten, dass dieses Restaurant (vielleicht als Folge der Corona-Pandemie?) zugemacht hatte, und das gelbe Haus nun eine Baustelle war.
Als Entschädigung gönnten wir uns im Haus nebenan, welches zu den besten Restaurants in Reykjavík zählt, ein exzellentes mehrgängiges Menü.
Sogar der sonst eher skeptische Herbert war zufrieden: „Das beste Lamm, das ich jemals gegessen habe“.



Silver Circle Tour
Am Sonntag unternahmen wir die „Silver Circle mit Lavahöhle“ Tour, welche in den Westen von Island führt.
Stationen waren die imposanten Wasserfälle Hraunfossar und Barnafoss, die heißen Quellen von Deildartunguhver, eine Wanderung auf den Krater Grábrók und die Orte Reykholt und Húsafell.
Highlight war eine Führung durch die Lavahöhle Víðgelmir, die vor allem wegen ihrer Größe und ihres bunten Gesteins bekannt ist.
Inmitten der Höhle schaltete unser Führer das Licht aus, so dass wir absolute Dunkelheit und Stille erleben konnten.
Die Tour gefiel uns so gut, dass wir planten, die Doppelrunde am nächsten Sonntag durch eine weitere Tagestour zu ersetzen.

Wonders of Iceland
Am Montag besuchten wir das neu eingerichtete Museum in Reykjavíks Warmwasserspeicher Perlan.
Neben der Ausstellung „Wonders of Iceland“, welche u.a. die Auswirkung des Klimawandels auf die isländischen Gletscher demonstriert, gab es eine Planetarium-Show und eine rekonstruierte Eishöhle.
Den Ausklang machte ein reichhaltiges Buffet in einem Vier-Sterne-Hotel als weiterer Ersatz für das ausgefallene Buffet in unserem Fischrestaurant.
Alter Hafen
Am Dienstag stieß mit Kai-Uwe ein weiterer in Pirmasens gut bekannter Spieler dazu.
Nach einem Hafenbummel mit weltbester Hummersuppe wurden Einkäufe inklusiv der obligatorischen Spaghetti getätigt.
Abends gab es Speis und Trank in derselben urigen Kneipe, in der wir vor sechs Jahren unseren ersten Gammelhai probiert hatten.


Eröffnung und 1. Runde
Am Mittwoch wurde das Reykjavík Open 2022 von Reykjaviks Bürgermeister eröffnet.
Mit 245 Teilnehmern war es quantitativ ähnlich stark besetzt wie vor der Pandemie.
Zwar fehlten diesmal die ganz großen Namen, aber mit Gukesh, Niemann, Sadhwani, Praggnanandhaa, Yoo und Mishra waren einige der weltbesten Youngsters am Start.
In der ersten Runde bekamen Herbert und ich jeweils einen Internationalen Meister zugelost.
Ich konnte die Partie gegen den schwedischen IM Erik Hedman relativ problemlos remis halten.
Herbert landete gegen IM Dietmar Kolbus, der früher für die SG Trier aktiv war und jetzt für die Isle of Man spielt, im Endspiel Turm gegen Turm und Läufer.
Hier war ebenfalls ein Remis drin. Herbert stand zwar vor einem unvermeidbaren Matt, er hätte allerdings einen Zug vor dem Matt gemäß der 50-Züge-Regel auf remis reklamieren können:
119.Td1! Th8+ 120.Td8!! remis.
Stattdessen opferte er mit 119.Tc5:+?? seinen Turm gegen den Läufer und wurde erst danach gewahr, dass er damit die 50-Züge-Regel außer Kraft gesetzt hatte.
Kommentar von Herbert: ein Remis wäre unverdient gewesen.


2. Runde und Bruckner
Die zweite Runde bescherte mir FM Stephen Dishman, gegen den ich schon in der luxemburgischen Pokalmannschaftsmeisterschaft gespielt hatte.
In einer Eröffnungsvariante, die mein Gegner besser kannte als ich, wählte ich die falsche Abwicklung.
Nach einem Bauernverlust konnte ich die Partie nicht mehr retten.
Herbert verpasste es, gegen seinen kroatischen Gegner bereits nach wenigen Zügen in Vorteil zu kommen.
Später dachte er, seinen Gegner mit einem Ablenkungszug ausgetrickst zu haben.
Da aber seine Dame mit Schach geschlagen wurde, musste Herbert zurückschlagen statt das geplante Grundlinienmatt ausführen zu können.
Danach verflachte die Partie schnell zu einem Remis.
Eigentlich hätten wir am Donnerstag aufgrund einer Doppelrunde noch eine weitere Partie spielen müssen.
Herbert und ich nahmen jedoch ein Bye, um in der Harpa ein Konzert mit dem Isländischen Sinfonieorchester zu besuchen.
Während im Erdgeschoß Schach gespielt wurde, saßen wir einige Etagen weiter oben im wunderschönen großen Konzertsaal „Eldborg“ und genossen u.a. die dritte Sinfonie von Anton Bruckner.

4. Runde und Pub-Quiz
Auch in der Freitagsrunde konnte ich entspannen, da sich mein amerikanischer Gegner wegen Krankheit vom Turnier abgemeldet hatte.
Herbert musste gegen seine deutsche Gegnerin schwer kämpfen, bevor er schließlich den vollen Punkt einfahren konnte.
Abends nahmen wir wie schon in früheren Jahren als Team „Bärmesenser Schlabbefligger“ am Pub-Quiz teil.
Trotz Verstärkung durch Kai-Uwe reichte es aufgrund der teilweise sehr schwierigen Schach-Fragen wieder nur zu einem Mittelplatz.


5. Runde
Am Samstagmittag vor der fünften Runde wurde fürstlich gespeist, aber diesmal nicht in einem Edel-Restaurant, sondern in der Küche unseres Appartements.
Nach den obligatorischen Spaghetti servierte uns Kai-Uwe zarten Lachs mit Rosmarin aus dem Backofen und dazu einen köstlichen Gurkensalat mit frischer Minze.
Am Schachbrett hatte ich Weiß gegen einen Gegner von den Färöer Inseln.
Mein Gegner „fand“ einen interessanten Plan, mit dem er nicht nur ausglich, sondern sogar in Vorteil kam.
Nach der Partie erklärte er mir, dass dies eine Idee von Stockfish war, mit dem er sich auf unsere Partie vorbereitet hatte.
In der Folge entwickelte sich die Partie immer mehr zu meinen Ungunsten, so dass mein König kurz vor dem Matt stand.
Aus Verzweiflung stellte ich ein paar Drohungen gegen den gegnerischen König auf, welche leicht abzuwehren gewesen wären.
Mein Gegner wurde jedoch so nervös, dass er mir gestattete, in ein ausgeglichenes Endspiel abzuwickeln.
Nach einem Fehler meines Gegners hätte ich nun meinerseits die Möglichkeit gehabt, die Partie zu gewinnen.
Da ich bestrebt war, die Partie in den Remishafen zu lenken, übersah ich jedoch diese unverhoffte Chance, und die Partie endete kurz danach remis.
Hier kann ich ähnlich argumentieren wie Herbert: ein Sieg wäre unverdient gewesen.
Herbert spielte mit Schwarz gegen IM Robert Baskin aus Deutschland.
Offenbar hatte er so viel Respekt vor seinem Gegner, dass er sich ganz ohne Gegenwehr zusammenschieben ließ.
Herbert war das sehr peinlich: „Hoffentlich hat die Partie niemand gesehen“.
Die Chancen dafür stehen allerdings schlecht, da die Partie live im Internet übertragen wurde und online verfügbar ist.



Jökulsárlón-Gletscherlagune
Am Sonntag gab es eine Doppelrunde, aber wie geplant nahmen Herbert und ich zwei weitere Byes, um eine weitere Tagestour unternehmen zu können.
Die Tour zur Jökulsárlón-Gletscherlagune hatten wir in früheren Jahren wegen ihrer langen Dauer von 15 Stunden noch nicht gemacht.
Nun war die Gelegenheit gekommen, dieses uns noch unbekannte Highlight zu besichtigen.
An der „South Coast“ Tour nach Vík, dem südlichsten Ort Islands, in dem die Netflix Mystery-Serie „Katla“ spielt, hatten wir schon vor sechs Jahren teilgenommen.
Aber Vík war diesmal nur die halbe Strecke. Insgesamt müssen knapp 800 km auf der Ringstraße zurückgelegt werden (eine Autobahn gibt es auf Island nicht).
Erste Station war ein mit Moos bewachsenes Lavafeld nahe der Laki-Krater.
Deren Ausbrüche in den Jahren 1783 und 1784 führten in Europa zu einer Hungersnot, welche als einer der Auslöser für die französische Revolution angesehen wird.
Nach einer Stärkung in einem für isländische Verhältnisse preiswerten Truck-Stop mit sehr leckerem Seesaibling ging es dann weiter zum „Diamond-Beach“.
An diesen Strand aus schwarzem Sand werden Eisbrocken vom Gletscher Vatnajökull angespült, die mit ihrer klaren blauen Farbe an geschliffene Diamanten erinnern.
Ein wunderschönes Schauspiel, wenn die meterhohen Wellen des Meeres von diesen kleinen Eisbergen gebrochen werden.
Ganz in der Nähe konnten wir den Gletschersee Jökulsárlón besichtigen, in dem größere kristallblaue Eisberge mit schwarzen Lava-Einschlüssen trieben.
Ein Tourist aus Deutschland wagte es sogar, in dem eiskalten Wasser zu baden.
Am Rückweg sahen wir dann die bekannten Wasserfälle Skógafoss und Seljalandsfoss sowie den hinter einer Felswand verborgenen ebenfalls sehr sehenswerten Wasserfall Gljúfrabúi.
8. Runde
Am Montag dann die achte Runde.
Mit Schwarz war ich in eine leicht schlechtere Position geraten, als mein Gegner mir zu einer Gewinnstellung verhalf, indem er inkorrekt eine Figur opferte.
In Zeitnot stellte ich jedoch einen Turm ein, aber mit Läuferpaar und einem Freibauern hatte ich zumindest ausreichende Kompensation für die Qualität.
Nach einem Fehler meines Gegners schaffte ich es schließlich, eine undeckbare Mattdrohung aufzustellen und die Partie doch noch zu gewinnen.
Herbert überrollte seinen Gegner mit den schwarzen Steinen, obwohl er nach der Partie meinte, dass er seine Bauernwalze vielleicht etwas zu schnell in Gang gesetzt hatte.


9. Runde und Siegerehrung
In der neunten und letzten Runde bekam ich mit IM Marina Brunello eine starke Gegnerin zugelost, die in der zweiten Runde gegen Praggnanandhaa remisiert hatte.
Die Partie verlief zunächst fast identisch zu meiner Partie in der fünften Runde, aber meine Gegnerin kannte offenbar den Stockfish-Plan nicht, so dass ich eine bequeme Stellung erhielt.
Nach einem vermeintlichen Fehler meinerseits lief ich in einen taktischen Konter und verlor Figur und Partie.
Meine Verblüffung war groß, als mir der Computer nach der Partie zeigte, wie ich den Spieß hätte umdrehen können.
Voraussetzung wäre gewesen, eine geschlagene Figur nicht zurückzuschlagen, sondern diese mittels eines Läufer-Rückzugs dank Fesselung auf der d-Linie vorteilhaft zurückzugewinnen.
Herbert hatte sich schon früh mit einem Kurzremis abgeseilt, weil er mit dem Ergebnis seiner Weiß-Eröffnung nicht zufrieden war.
Am längsten von uns kämpfte Kai-Uwe, der seine isländische Gegnerin schließlich im Endspiel niederringen konnte.
Auf der Siegerehrung, die im Rathaus von Reykjavík stattfand, wurde wie in früheren Jahren kostenloses Buffet und Sekt angeboten.
Turniersieger wurde übrigens Praggnanandhaa, der Gukesh in der letzten Runde in einer dramatischen Partie aus einer Verluststellung heraus schlug.
Alle Ergebnisse des Turniers gibt es hier:
Kvika Reykjavik Open 2022

Epilog
Am Mittwoch besuchten wir nach einem Zwischenstopp am weltberühmten Hotdog-Stand, an dem schon Bill Clinton gespeist hat, das immer wieder sehenswerte Isländische Nationalmuseum, bevor der Abend mit einem weiteren Restaurantbesuch ausklang.
Die Rückreise am Donnerstag verlief stressfrei, da wir bereits den ersten Flybus um 3 Uhr morgens nahmen, um drei Stunden vor Abflug am Flughafen Keflavík zu sein.
Herbert hatte sich vor dem Turnier die Haare schneiden lassen und den Bart gestutzt.
Das zahlte sich beim Sicherheitscheck aus, da nun eine Verwechslungsgefahr mit irgendwelchen Straftätern ausgeschlossen war.
Und ich war rechtzeitig zu Hause, um dem SC Pirmasens in der Quarantäne-Liga beim Aufstieg helfen zu können.
Erstellt am 08 Mai 2022 von Ansgar Barthel
Pirmasens I und IV legen nach
Die Siege in Runde 1 waren anscheinend weder für das Pirmasenser Team aus der 1. Rheinland-Pfalz-Liga noch für das aus der Bezirksklasse West eine Eintagsfliege. Beide legten am zweiten Spieltag mit einem Sieg nach und eroberten die Tabellenspitze.
SK Ludwigshafen I – SC Pirmasens I 3:5
Im Auswärtskampf beim Dauerrivalen mussten wegen der Herbstferien und anstehender Uni-Klausuren drei Ersatzspieler aus der zweiten Mannschaft ans Brett. Während Herbert Dietzsch seine persönliche „englische Woche“ (es stehen in den nächsten Tagen Partien in der Senioren-Pfalzliga und der 1. Pfalzliga an) friedlich mit einem Remis begann, zeigte Amin Mohammed nach langer Pause, dass er richtig „Bock“ auf Schach hatte, gab großzügig einen Bauern am Damenflügel und startete dafür am Königsflügel den Großangriff auf die Rochadestellung. Da sein Gegner diese mit seinen unkoordinierten Figuren nicht mehr zusammenhalten vermochte, folgte bald das Matt. Einen weiteren Sieg steuerte am ersten Brett GM Ralf Appel bei, der überraschend auf Pirmasenser Seite auflaufen konnte. Sowohl Ansgar Barthel als auch Andreas Stock hielten trotz Minusbauer(n) in ihren Partien das Remis. Harald Lares spielte mit einer Dame, einem Turm und zwei Leichtfiguren gegen eine Unzahl von Figuren, allerdings stellte sein Gegner in höchst komplizierter Stellung in Zeitnot einen Turm ein und gab auf. Dadurch war der Mannschaftssieg klar und Michael Müllers Niederlage im Leichtfigurenendspiel mit Minusbauer spielte keine Rolle mehr. Am längsten kämpfte Artur Yeganyan, ebenfalls mit Minusbauer, aber seine Stellung hielt und die Partie endete remis.
Es spielten:
1. Stefan Johann – GM Ralf Appel 0:1
2. Reiner Junker – Ansgar Barthel 0,5:0,5
3. Yannick Kemper – Andreas Stock 0,5:0,5
4. Andreas Lambert – Artur Yeganyan 0,5:0,5
5. Karlheinz Esswein – Harald Lares 0:1
6. Horst Zielenksi – Herbert Dietzsch 0,5:0,5
7. Dieter Villing – Michael Müller 1:0
8. Wolfgang Vohmann – Amin Mohammed 0:1
SC Höheinöd I – SC Pirmasens IV 3,5:4,5
Da Marcel Raber seine Mitfahrgelegenheit verpasste, trat Pirmasens IV beim Tabellenführer nur zu siebt an. Die beiden Zweibrücker Gastspieler glichen die Unterzahl jedoch mehr als aus: Nico Bischoff hielt trotz Zeitnot im Turmendspiel am Spitzenbrett Remis. Ralf Henkel gewann seine Partie im Leichtfigurenendspiel. Axel Sprau behielt in seiner Partie mit Rochaden auf unterschiedlichen Seiten im Königsangriff mit Dame, Turm und Läufer die Oberhand und holte den vollen Punkt. Während Edgar Mkrtchyan gegen den ehemaligen Pirmasenser Jörg Weißmann im Endspiel mit Minusbauer keine Chance hatte, gewann sein Bruder Harut Mkrtchyan mit einem nicht aufzuhaltenden Freibauern seine Partie. In seinem ersten Mannschaftskampf hielt Elias Hällmeyer tapfer mit und brachte es auf über 40 Züge, ließ sich jedoch von dem schnellen Ziehen seines Gegners anstecken und machte so den ein oder anderen ungenauen Zug. Hannah Weiner landete an Brett 8 einen Start-Ziel-Sieg und strich den vollen Punkt ein.
Es spielten:
1. Andreas Busch – Nico Bischoff 0,5:0,5
2. Jörg Weißmann – Edgar Mkrtchyan 1:0
3. Bernd Schmitt – Ralf Henkel 0:1
4. Nina Busch – Axel Sprau 0:1
5. Thomas Renneis – Marcel Raber +:-
6. Manfred Hirche – Harut Mkrtchyan 0:1
7. Wolfgang Sauer – Elias Hällmeyer 1:0
8. Susanne Kathmann – Hannah Weiner 0:1
Erstellt am 06 Okt. 2019 von Michael Müller
Blitzturnier Oktober 2019
Nach WFM Dr. Bergit Brendel im Schnellturnier September konnten wir jetzt schon wieder einen Titelträger begrüßen – CM Markus Müller vom SC Niedermohr Hütschenhausen. Den halben Punkt Rückstand auf Ansgar in der Vorrunde konnte er in der Rückrunde noch ausgleichen. Der Beigeordnete der Stadt Pirmasens – Denis Clauer – erreichte starke 15,5 Punkte und landete auf dem vierten Platz.
1. Ansgar Barthel und CM Markus Müller – 21
3. Andreas Stock – 18,5
4. Ulrich Siefert und Denis Clauer 15,5
6. Artur Yeganyan – 15
7. Amin Mohammed – 13
8. Michael Müller – 11
9. Patrik Bischof – 9,5
10. Wolfgang Sauer – 7
11. Edgar Mkrtchyan – 4,5
12. Harald Wolf – 3
13. Harutyun Mkrtchyan – 1,5

Erstellt am 06 Okt. 2019 von Harald Wolf
Mackenbach I - Pirmasens III 3:5
Gleich in der ersten Runde der Bezirksliga gelang unserer Dritten ein Coup. Gleich 7 unserer Spieler mussten gegen DWZ-stärkere Gegner antreten – im Schnitt waren wir um 124 DWZ-Punkte unterlegen.
Die Verstärkung aus der Vierten – Edgar, Harut und Hannah – errangen dabei 2,5 Punkte.
1. Sascha Löwen – Michael Schaefer 1/2
2. Josef Knappik – Christian Sperling 1:0
3. Thomas Sourißeaux – Roland Kratz 1/2
4. Helmut Wörner – Klemens Ranker 0:1
5. Hans Janzer – Harald Wolf 1/2
6. Germa Wild – Edgar Mkrtchyan 1/2
7. Horst Brehmer – Harutyun Mkrtchyan 0:1
8. Karl Heinz Schröder – Hannah Weiner 0:1
Erstellt am 06 Okt. 2019 von Harald Wolf
Schnellturnier September 2019
WFM Dr. Bergit Brendel (Frankfurt), Kai-Uwe Schmidt (Köln) und Elena Laag (Dahn) verstärkten dieses Turnier. Sie konnten aber auch nicht verhindern, dass die Pizzeria Luciano den geteilten Sieger stellte.
1 Ulrich Siefert und Andreas Stock – 4,5
3. Michael Müller und Kai-Uwe Schmidt – 4
5. Ansgar Barthel, WFM Dr. Bergit Brendel und Pascal Laag – 3,5
8. Daniel Marhöfer und Jan Raaphorst – 2,5
10. Harald Wolf – 2
11. Wolfgang Sauer – 1,5
12. Elena Laag – 0

Erstellt am 06 Okt. 2019 von Harald Wolf
Nachtrag: Vierte Mannschaft besiegt Kaiserslautern
Die vierte Mannschaft des SC Pirmasens hat einen Sieg in der 1. Runde der Bezirksklasse West gegen den SC Kaiserslautern Post gefeiert. Mit einem knappen 4,5: 3,5 siegte der SCP, wobei das Ergebnis in beide Richtung hätte variieren können.
Die Pirmasenser in Führung brachte Hannah Weiner mit den weißen Steinen gegen die Holländische Verteidigung. Der Gegner kannte sich hierbei jedoch nicht sonderlich gut aus und büßte in der Eröffnung sofort Material ein. Hannahs Sieg gelang also aus der Eröffnung heraus. Die Partie dauerte nicht mal eine Stunde.
1 – 0
Lange Zeit sah es nach einem 2 – 0 für den SCP aus: Pascal Laag errang gegen seinen Gegner Waldemar Paul eine klar bessere Stellung. Nach einem Dameneinsteller in Folge einer Kombination brach die Partie jedoch bald zusammen. „Diese Niederlage war unnötig“ meint der Mannschaftsführer Laag zu der Partie…
1 – 1
Als nächstem gelang Axel Sprau ein Sieg am Spitzenbrett. Für Axel war es die erste gewonnene Partie seit April 2018 (!) und somit ein echter Befreiungsschlag für ihn.
2 -1
Marcel Raber büßte in seiner Partie zu viele Bauern ein. Sein Turmendspiel war – trotz einer Reihe von Versuchen, den Gegner trickreich noch matt zu setzen – nicht zu halten. Diese Partie ging verloren.
2 – 2
Passivspieler und Bezirksspielleiter Ralf Henkel feierte beim Saisonauftakt sein Debüt für die Pirmasenser mit einer souveränen Gewinnpartie gegen einen nominell schwächeren Gegner am dritten Brett.
3 – 2
Jetzt überschlugen sich die Ereignisse: Harut Mkrtchyan und Miguel Scheibler hatten einer materiell gleiche Stellung (Miguel stand positionell etwas besser), Edgar Mkrtchyan hatte einen Bauern weniger. Gleichzeitig endeten die Partien von Harut und Miguel: Harut vereinbarte ein Remis, während Miguels Gegner in Zeitnot einen Turm einstellte. Miguel gewann – der Sieg des SCP war perfekt.
4,5 – 2,5
Edgar konnte anschließend die Partie nicht mehr halten …
4,5 – 3,5
Für die vierte Mannschaft geht es in der zweiten Runde (06. 10.) ins Duell zum SC Höheinöd 1, der einzig anderen Mannschaft aus Bezirk V in dieser Liga.
Erstellt am 25 Sept. 2019 von Pascal Laag
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