Weihnachtsblitz 2025: ein GM und 33 weitere Teilnehmer
Die Jahresabschlussfeier des SC Pirmasens und das traditionell daran anschließende Weihnachtsblitzturnier war sehr gut besucht: Der 1. Vorsitzende Michael Müller und Spielleiter Jan Raaphorst begrüßten am letzten Freitag vor Weihnachten 34 Spielerinnen und Spieler und noch eine handvoll weiterer Kiebitze im Sportheim Gersbach. Von jung bis alt waren alle Altersklassen vertreten und auch die beiden Ehrenmitglieder des SC Pirmasens, der langjährige Spielleiter Harald Wolf und Großmeister Ralf Appel, waren am Start.
Nach einem gemeinsamen Essen ging es in drei Vorrundengruppen an den Start, in denen die Teilnehmenden gleichmäßig nach Ratingzahl aufgeteilt wurden.
In der Vorrundengruppe A war die erste Partie von Aleksandra Werner mit zwei Premieren verbunden: Zum einen war es ihre erste Blitzpartie ihres Lebens, zum anderen die erste Partie gegen einen Großmeister: Sie musste direkt gegen Ralf Appel ran, der diese Partie wie fast alle weiteren – bis auf ein Remis gegen Denis Clauer – in der Vorrunde für sich entschied. Zweiter der Vorrunde A wurde Lukas Tresch (SK Frankenthal) vor dem ehemaligen 2. Vorsitzenden des SCP Denis Clauer.

Die Vorrundengruppe B wurde dominiert von Ahad Hüseynov (SK Frankenthal), der alle Partien gewann. Den zweiten Platz teilten sich Andreas Stock (SCP) und Pascal Laag (SK Zweibrücken) vor Ansgar Barthel (SCP).

Ebenfalls 100% holte David Schwarz (Sfr. Birkenfeld und SCP) in der Vorrundengruppe C mit 10 Siegen aus 10 Partien und ließ dabei Amin Mohammed (SCP) und Phlipp Rölle (SK Kaiserslautern) hinter sich, die beide 8 Punkte holten.

Danach wurden die Endrundengruppen nach den Ergebnissen der Vorrunde eingeteilt.
Die Endrundengruppe A gewann Ralf Appel souverän mit 9 aus 9, vor David Schwarz, der neben der Niederlage gegen Ralf Appel nur noch einen weiteren halben Punkt abgab. Auf Platz 3 landete Pascal Laag.

Uli Siefert entschied die Endrunde B für sich. Platz 2 belegte Christian Grobek, der sein erstes Schachturnier nach mehreren Jahren Pause spielte und zukünftig für den SC Pirmasens ans Brett gehen wird. Den 3. Platz teilten sich Klaus Ludy und Gerd Gnichtel.

Spielleiter Jan Raaphorst gewann alle Partien in der Endrundengruppe C vor dem Fischbacher André Wagner und dem Jugendspieler Leon Dahnert.

Bei der Preisverleihung konnte man sich wie jedes Jahr ein erstes Weihnachtsgeschenk verpackt in Geschenkpapier abholen, so dass jeder die Chance auf einen hochwertigen Preis hatte.
Erstellt am 07 Jan. 2026 von Michael Müller
2. Rheinland-Pfalz-Liga: Kaiserslautern die Zwote
Nach der Niederlage gegen den SC Thallichtenberg wurde es für den SC Pirmasens in der vierten Runde nicht einfacher. Die zweite Mannschaft des SK Kaiserslautern besteht überwiegend aus talentierten Nachwuchsspielern, ergänzt durch einen erfahrenen FIDE-Meister am letzten Brett.
Denis kam mit Schwarz gegen Helmut Hürter zunächst gut aus der Eröffnung. Nach einer Schlagabwicklung im Zentrum wählte er jedoch die falsche Zugreihenfolge und blieb mit einer dauerhaften Bauernschwäche zurück. Der FIDE-Meister nutzte dies konsequent aus.
0:1
In Franks Partie verlief es im Prinzip ähnlich – diesmal allerdings zu unseren Gunsten. Nach einem Eröffnungsfehler seines Gegners verpasste Frank ihm einen Doppelbauern auf der c-Linie, den er zunächst belagerte und später gewann. Da die gegnerische Stellung weitere Schwächen aufwies, brach sie rasch zusammen.
1:1
Meine Partie folgte bis zum zwanzigsten Zug der bekannten Theorie und mündete in ein ausgeglichenes, damenloses Mittelspiel. Mein Gegner erlaubte sich mehrere Ungenauigkeiten. Da mir während der Partie nicht bewusst war, dass ich im Vorteil war, verpasste ich den Moment, diesen festzuhalten, und nahm schließlich eine Zugwiederholung in Kauf.
1,5:1,5
Herbert geriet nach der Eröffnung in die Defensive und musste zur Vermeidung eines Angriffs eine Schwächung seiner Königsstellung zulassen. Doch sein Gegner verlor den Faden und spielte ohne klaren Plan. Herbert nutzte die Gelegenheit, übernahm die Initiative und gewann das Endspiel souverän.
2,5:1,5
Andreas bekam mit Weiß erneut „seine“ Eröffnung aufs Brett und stand etwas besser. In beiderseitiger Zeitnot wurde die Partie jedoch chaotisch. Sein junger Gegner verpasste mehrfach den Gewinn, und nach der Zeitkontrolle war die Stellung völlig ausgeglichen. Da Andreas sich nicht sicher war, ob er den 40. Zug bereits ausgeführt hatte, blitzte er vorsichtshalber auch noch den 41. – und stellte dabei eine Figur ein.
2,5:2,5
Harald opferte einen Bauern, da er sich nach dem Abtausch seines Springers gegen den Fianchetto-Läufer Angriffschancen gegen den gegnerischen König erhoffte. Seine Einschätzung war nicht ganz unbegründet: Sein Gegner fand die taktische Widerlegung nicht. Die Stellung blieb lange im Gleichgewicht, und an einer Stelle hätte Harald sogar Vorteil erlangen können. Am Ende unterschätzte er jedoch einen Mattangriff und musste aufgeben.
2,5:3,5
Unser diesjähriger Top-Scorer Klaus schlug erneut zu. Nach Verwicklungen in der Eröffnung gewann er einen Bauern, später noch einen zweiten. Den Materialvorteil verwertete er souverän im Turmendspiel.
3,5:3,5
Michael stand eigentlich gut, verzettelte sich jedoch einmal mehr. Sein Gegner erhielt einen starken Freibauern auf der d-Linie, der nicht mehr zu stoppen war.
3,5:4,5
Eine unerwartet knappe Niederlage, die angesichts mehrerer ausgelassener Chancen durchaus vermeidbar gewesen wäre.
SK Kaiserslautern 1905 II – SC Pirmasens 1912 4,5:3,5
1. Klein, Levent – Barthel, Ansgar 0,5:0,5
2. Huschens, Matthias – Scherer, Frank 0:1
3. Steinbrenner, Peter – Stock, Andreas 1:0
4. Sievers, Andy – Lares, Harald 1:0
5. Diesenhof, Michael – Müller, Michael 1:0
6. Klein, Deniz – Dietzsch, Herbert 0:1
7. Fick, Roland – Ludy, Klaus 0:1
8. FM Hürter, Helmut – Clauer, Denis 1:0
Erstellt am 06 Jan. 2026 von Ansgar Barthel
2. Rheinland-Pfalz-Liga: Pirmasens gegen die andere Pirmasenser Mannschaft
In der dritten Runde empfing der SC Pirmasens den SC Thallichtenberg – angesichts einiger ehemaliger Pirmasenser im Vorfeld nicht ohne Grund als „die andere Pirmasenser Mannschaft in der 2. Rheinland-Pfalz-Liga“ bezeichnet. Besonders erfreulich war, dass sich Ralf – wie schon im Vorjahr – erneut bereit erklärte, für Pirmasens ans Brett zu gehen.
Der Mannschaftskampf stand jedoch unter keinem guten Stern für uns. Frank unterschätzte in der Caro-Kann-Vorstoßvariante das thematische Bauernopfer e5–e6. Sein König geriet im Zentrum schnell unter heftigen Beschuss, sodass er bereits nach wenigen Zügen die Segel streichen musste.
0:1
Harald konnte seinen Anzugsvorteil nicht in etwas Greifbares ummünzen und einigte sich früh mit seinem Gegner auf Remis.
0,5:1,5
Herbert bekam mit Schwarz einen nahezu undurchdringlichen Betonaufbau vorgesetzt, gegen den sich kein sinnvoller Plan finden ließ. Jeder Gewinnversuch hätte eine Niederlage riskiert. Also endete die Partie folgerichtig remis.
1:2
Klaus ließ gegen Dr. Andreas Guthmann in solider Stellung ein temporäres Qualitätsopfer zu, was seine Bauernstruktur etwas schwächte. Aber Klaus verteidigte sich umsichtig und sicherte das Remis.
1,5:2,5
Michael lehnte ein Remisangebot von Uli Siefert ab, da er glaubte, eine vielversprechende Kombination gefunden zu haben. Leider wies diese einen entscheidenden taktischen Fehler auf – in der berechneten Variante drohte seinem eigenen König ein Matt, das er übersehen hatte. Der Punkt ging an Thallichtenberg.
1,5:3,5
Ich selbst verpasste nach der kurzen Rochade meines Gegners ein gewinnbringendes Läuferopfer auf h6.
Später lief ich in einen Konter, der mich einen wichtigen Bauern und damit die Partie kostete.
1,5:4,5
Ralf erreichte mit Schwarz eine ausgeglichene Stellung. Als sein Gegner, CM Markus Müller, versuchte, trickreich zu spielen, packte Ralf einen Gegentrick aus. Er gewann einen Bauern und verwertete diesen mit großmeisterlicher Endspieltechnik zum vollen Punkt.
2,5:4,5
Andreas stand in „seiner“ englischen Botwinnik-Variante zunächst vielversprechend und hätte einen guten Springer gegen einen Läufer behalten können. Stattdessen entschied er sich für eine Abwicklung zu ungleichen Läufern. In der Folge erwies sich der gegnerische Läufer – unterstützt von einem gefährlichen Freibauern – als überlegen. Da der Mannschaftskampf zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden war, begnügte sich sein Gegner in besserer Stellung mit einem Remis.
3:5
SC Pirmasens 1912 – SC Thallichtenberg 3:5
1. GM Appel, Ralf – CM Müller, Markus 1:0
2. Barthel, Ansgar – Schneider, Volker 0:1
3. Scherer, Frank – Warter, Siegfried 0:1
4. Stock, Andreas – Yin, Stanley 0,5:0,5
5. Müller, Michael – Siefert, Ulrich 0:1
6. Lares, Harald – Kreuscher, Wolfgang 0,5:0,5
7. Dietzsch, Herbert – Hermany, Marius 0,5:0,5
8. Ludy, Klaus – Dr. Guthmann, Andreas 0,5:0,5
Erstellt am 06 Jan. 2026 von Ansgar Barthel
2. Rheinland-Pfalz-Liga: SC Pirmasens siegt in Birkenfeld - auch ohne die Rhodos-Heimkehrer
Während Gerd und ich auf dem Rückweg vom European Club Cup auf Rhodos noch Sand aus den Schuhen klopften, lieferte unsere Erste in Birkenfeld einen starken Auftritt.
Herbert ließ diesmal nichts anbrennen und gewann souverän. Die Geister aus Runde 1 dürften damit vertrieben sein.
Frank kämpfte sich durch eine komplizierte Partie und hielt Remis – wieder mal ein Fels in der Brandung.
Andreas teilte ebenfalls friedlich den Punkt.
Klaus bewies Nervenstärke und trickste seinen Gegner trotz Zeitnot aus – eine typische Klaus-Partie mit viel Adrenalin.
Michael und Harald erwischten leider einen gebrauchten Tag und mussten die Segel streichen.
Julian feierte ein gelungenes Debüt in der Ersten und entschied das Juniorenduell für sich – willkommen an Bord!
Kai-Uwe überspielte seinen Gegner am Spitzenbrett und setzte zum Schlussangriff an.
Insgesamt ein verdienter Mannschaftssieg.
SF Birkenfeld – SC Pirmasens 1912 3:5
1. Leiser, Joachim – Schmidt, Kai-Uwe 0:1
2. Schwarz, David – Scherer, Frank 0,5:0,5
3. Biehl, Tim – Stock, Andreas 0,5:0,5
4. Bleisinger, Emil – Lares, Harald 1:0
5. Sidon, Mike – Müller, Michael 1:0
6. Friedhoff, Mirco – Dietzsch, Herbert 0:1
7. Ziegler, Mario – Ludy, Klaus 0:1
8. Zhuang, Zixuan – Klemm, Julian 0:1
Erstellt am 02 Nov. 2025 von Ansgar Barthel
2. Rheinland-Pfalz-Liga: Bittere Auftaktniederlage
Zum Saisonauftakt der 2. Rheinland-Pfalz-Liga Süd empfing der SC Pirmasens die zweite Mannschaft der Schachfreunde Mainz zum Heimspiel im Leibniz-Gymnasium. Als nominell leicht favorisierte Mannschaft hofften wir auf einen Erfolg gegen eine überwiegend junge Mainzer Mannschaft, die frisch aus der Rheinhessen-Liga aufgestiegen war.
Den Auftakt machte meine Partie an Brett 1: Ich spielte gegen den erfahrenen Ingo Münch eine ruhige Partie, in der früh viele Figuren abgetauscht wurden. Ohne größere taktische Verwicklungen einigten wir uns auf Remis.
Kurz darauf folgte der erste volle Punkt für Pirmasens: Max, unser jüngster Spieler, feierte sein Debüt in der ersten Mannschaft mit einem mutigen Angriffssieg gegen Reinhard Sabel. In einer scharf geführten Partie opferte er zwei Leichtfiguren für einen Turm und einen starken Freibauern auf der e-Linie. Mit seinen Schwerfiguren übernahm er die Kontrolle über die f-Linie und setzte den schwarzen König unter Druck. Zwar übersah er einen einfachen sofortigen Gewinn, doch seine Initiative reichte dennoch zum verdienten Sieg – auch weil sein Gegner nicht die zäheste Verteidigung fand.
Die dritte beendete Partie war die von Harald an Brett 4. Nach der Eröffnung hatte Harald eine aktive Stellung und Spiel gegen den gegnerischen König. Doch im Mittelspiel ließ er Gegenspiel zu, und ein als Opfer geplanter Springerzug stellte sich als taktischer Fehler heraus – der Springer ging ohne Kompensation verloren. Die Partie kippte und endete mit einem Punkt für die Gäste.
Herbert an Brett 5 lieferte eine Partie mit Höhen und Tiefen. Sein junger Gegner stürmte früh auf Herberts König los, doch Herbert verteidigte sich umsichtig und verleitete ihn zu einem Figurenopfer gegen zwei Bauern, das objektiv nicht ausreichend war. Dann jedoch übersah Herbert ein simples Abzugsschach, nach dem die Mehrfigur wieder verloren ging. Später bot sich Herbert noch eine unverhoffte Gewinnchance: Nachdem sein Gegner in Zeitnot ein unbedachtes Schach mit der Dame gegeben hatte, hätte Herbert seinen Turm dazwischen ziehen können, wonach Dame und Springer gleichzeitig angegriffen gewesen wären. Herbert zog jedoch reflexartig den König – den Rückzug des Turms hatte er nicht im Blick. Nach diesem Fehler war die Stellung nicht mehr zu retten, auch wenn Herbert noch sehr lange weiterkämpfte.
Michael an Brett 3 hatte es mit der eigentlich als harmlos geltenden französischen Abtauschvariante zu tun. Sein Gegner stürmte mit den Damenflügelbauern vor, doch objektiv bot das Weiß keinen Vorteil. Michael überschätzte den Angriff und öffnete unnötig die Stellung, was ihm einen Minusbauern einbrachte. Durch aktives Figurenspiel machte er seinem Gegner die Verwertung des Mehrbauern zunächst schwer. Doch nach überstandener Zeitnot ließ die Spannung nach, und Michael wurde unvorsichtig. Ein vermeintlich starker Zug, der auf Dauerschach spekulierte, entpuppte sich als einzügiger Figureneinsteller. Michael gab die Partie sofort auf.
Zwischenstand: 1,5 : 2,5 – und da Herberts Partie praktisch verloren war, war klar: Ein Mannschaftspunkt würde nur mit drei Siegen aus den verbleibenden drei Partien möglich sein. Die Hoffnung hatten wir dennoch, denn alle diese Partien sahen gut für Pirmasens aus.
Andreas hatte eine Eröffnungsvariante aufs Brett bekommen, in der er sich gut auskennt. Zum Preis einer geschwächten Bauernstruktur erhielt er Raumvorteil und Entwicklungsvorsprung. Sein junger Gegner verbrauchte viel Zeit, konnte die Stellung jedoch zusammenhalten und durch einen aktiven Turm auf der zweiten Reihe Drohungen gegen Andreas’ König aufbauen. Andreas gelang es zunächst, diese Drohungen abzuwehren und zwei Bauern zu gewinnen. Doch die Partie zog sich in die Länge, und mit nachlassender Konzentration geriet Andreas erneut unter Druck. Sein Gegner fand neue Drohungen gegen den König – diesmal konnte Andreas sie nicht mehr parieren und musste die Partie aufgeben.
Damit war klar: Der Mannschaftskampf war nicht mehr zu retten.
Daniel hatte sich eine vielversprechende Stellung erarbeitet: Mit einem mächtigen Läuferpaar gegen das Springerpaar und einer Bauernmehrheit am Damenflügel übte er anhaltenden Druck aus. Nach und nach konnte er seine Position verstärken, doch ein Durchbruch war nicht in Sicht, zumal seine Bauernstellung um den König herum geschwächt war. Dann wurde Daniel unvorsichtig: Er schnappte sich einen Bauern, manövrierte dabei aber seine zuvor gut zentralisierte Dame ins Abseits. Sein Gegner nutzte die Gelegenheit, um seine Figuren gegen Daniels König in Stellung zu bringen – das Gegenspiel reichte schließlich aus, um die Partie ins Remis zu retten.
Klaus an Brett 7 spielte eine seiner besten Partien der letzten Zeit. Er teilte sich seine Bedenkzeit diesmal besser ein als in früheren Begegnungen und verteidigte sich zunächst umsichtig gegen die Initiative seines Gegners. Aus der Defensive heraus gelang ihm die Abwicklung in ein klar vorteilhaftes Endspiel. Er kontrollierte den gegnerischen c-Freibauern und brachte seinen eigenen h-Freibauern ins Rollen. Zwar machte er es am Ende noch einmal spannend, indem er fast seine gesamte Bedenkzeit aufbrauchte – doch sein Freibauer war nicht mehr zu stoppen. Ein schön herausgespielter Sieg, der den dritten Punkt für Pirmasens einbrachte.
Leider konnte das den Mannschaftskampf nicht mehr herumreißen, da Herberts Partie erwartungsgemäß verloren ging.
Eine bittere Auftaktniederlage für Pirmasens. Die junge Mannschaft aus Mainz nutzte ihre Chancen konsequent und gewann letztendlich verdient. Für uns bleibt die Erkenntnis, dass wir in den entscheidenden Momenten präziser und konzentrierter agieren müssen.
SC Pirmasens 1912 – Sfr.Mainz 1928 II 3:5
1. Barthel, Ansgar – Münch, Ingo 0,5:0,5
2. Stock, Andreas – Behr, Julian 0:1
3. Müller, Michael – Rapp, Matthias 0:1
4. Lares, Harald – Gardt, Michael 0:1
5. Dietzsch, Herbert – Ritonnale, Theo 0:1
6. Rein, Daniel – Gärtner, David 0,5:0,5
7. Ludy, Klaus – Gärtner, Johannes 1:0
8. Arndt, Max – Sabel, Reinhard 1:0
Erstellt am 22 Sept. 2025 von Ansgar Barthel
Mannschaftspokal RLP: Spannender Auftakt gegen Ludwigshafen
Am letzten Sonntag traten wir in der ersten Runde des Mannschaftspokals Rheinland-Pfalz auswärts gegen den SK Ludwigshafen an. Es ergab sich ein spannender Kampf.
Brett 3: Amin
Amins Partie an Brett 3 mit Schwarz gegen Bastian Küver war zuerst beendet. Sein Königsturm landete nach der Eröffnung etwas abseits auf h7. Rochieren konnte er ebenfalls nicht mehr. Es gelang ihm jedoch, seine Stellung zu konsolidieren und sogar leichten Vorteil herauszuholen. Mehr als ein Remis war dann aber doch nicht drin – die Partie endete mit Zugwiederholung.
Brett 4: Daniel
Daniel, der von seinem neuen Wohnort nahe der Schweizer Grenze eine weite Anreise hatte, spielte an Brett 4 mit Weiß gegen Reiner Junker. Nach einer scharfen Eröffnung opferte Daniel korrekt eine Figur, fand dann aber nicht die richtige Zugfolge zum Ausgleich. Er verblieb mit einer Minusfigur, bekam später jedoch noch Chancen, die er leider nicht nutzte. Danach war klar, dass die Partie verloren gehen würde – auch wenn Daniel diese noch bis zum 81. Zug schleppte.
Brett 1: Ansgar
In meiner Partie an Brett 1 mit Weiß gegen Dr. Andreas Gypser ergab sich in der italienischen Eröffnung eine ungewöhnliche Aufstellung der Springer. Zunächst sah es so aus, als hätte Schwarz am Königsflügel die Initiative, doch irgendwie ging es dort nicht so schnell weiter. Ich nutzte die Gelegenheit für einen Gegenangriff am Damenflügel, wobei Andreas die Schwäche seines Bauern b7 unterschätzte. Ich gewann den Bauern, gab ihn aber zurück, um starkes Figurenspiel mit zwei Türmen auf der siebten Reihe und einem Springer auf f5 zu erhalten. Schwarz versuchte noch, mittels eines Baueropfers Gegenspiel zu bekommen, doch der sich daraus ergebende d-Freibauer war nur noch durch Figurenverlust zu stoppen. Am Ende war das Matt unabwendbar.
Brett 2: Artur
Artur musste an Brett 2 mit Schwarz gegen Andreas Lambert ein Remis erzielen, damit wir den Mannschaftskampf nach Berliner Wertung gewinnen. Lange Zeit sah es danach aus, als könnte das klappen. Weiß hatte nichts aus der Eröffnung herausgeholt, und im Endspiel stand eher Artur leicht besser. Sein Gegner hatte aufgrund des reduzierten Materials wenig Hoffnung, die Partie zu gewinnen. Dann unterliefen Artur jedoch einige Ungenauigkeiten, wonach die Sache nicht mehr so einfach war. Artur meinte nach der Partie, dass er sich bei einer Variante verrechnet hatte und seinen Läufer auf einem falschen Feld sah. Nach weiteren Fehlern bei knapper Zeit war die Partie nicht mehr zu retten.
Ergebnis
Der SK Ludwigshafen gewinnt mit 2,5 : 1,5 gegen Pirmasens. Wir wünschen Ludwigshafen viel Erfolg für die kommenden Runden!
SK Ludwigshafen 1912 – SC Pirmasens 1912 2,5:1,5
1. Gypser, Andreas, Dr. – Barthel, Ansgar 0:1
2. Lambert, Andreas – Yeganyan, Artur 1:0
3. Küver, Bastian – Mohammed, Amin 0,5:0,5
4. Junker, Reiner – Marhöfer, Daniel 1:0
Erstellt am 19 Juli 2025 von Ansgar Barthel
Icelandic Open Blönduós 2025

Die Mail mit der Einladung zum „Icelandic Open“ anlässlich des hundertjährigen Bestehens des isländischen Schachverbandes einen Monat vor Turnierbeginn kam zwar etwas knapp, aber da Herbert und ich im April nicht am Reykjavík-Open teilnehmen konnten, war das für uns eine willkommene Gelegenheit, in diesem Jahr doch noch ein Schachturnier auf Island zu spielen.
Das „Icelandic Open“ in Akureyri anlässlich des hundertjährigen Bestehens des dortigen Schachklubs hatten wir im Mai 2019 schon mitgespielt. Dieses Turnier war nun quasi das Nachfolgeturnier.
Es fand vom 15. bis 22. Juni im malerischen Blönduós im Nordwesten von Island statt. Der kleine Ort mit etwa 900 Einwohnern liegt an der bekannten Ringstraße 1, die rund um die Insel führt, wird aber von Touristen eher als Zwischenstation genutzt.
Dort wurde am 23. Juni 1925 im Haus des Arztes der isländische Schachverband (Skáksamband Íslands) gegründet.
Der Veranstaltungsort „Krúttið“, eine liebevoll umgestaltete ehemalige Bäckerei, befindet sich gleich nebenan.
Im Unterschied zum Reykjavík-Open, das in der Regel im März oder April ausgerichtet wird, wird es hier etwa 100 km südlich des Polarkreises Mitte Juni nachts kaum dunkel.
Anreise
Wir kamen am Freitag, dem 13., nachmittags in Reykjavík an.
Am Abend gönnten wir uns einen leckeren Heringsteller in einem skandinavischen Restaurant. Der Kellner, der früher mal in Bamberg gewohnt hat, erkannte uns noch vom Vorjahr und sprach uns gleich auf Deutsch an. Er wusste sofort, was wir bestellen wollten.
Am nächsten Morgen ging es per vierstündiger Busfahrt weiter nach Blönduós. Den 1,5 km langen Fußmarsch mit Koffern von der Bushaltestelle zum Hotel über holprige Schotterwege konnten wir uns zum Glück sparen, da uns freundlicherweise ein Mitarbeiter des Hotels mit dem Auto abholte.
Schon in der Hotel-Lobby war zu sehen, dass hier in den nächsten Tagen Schach das Hauptthema sein wird.
Das Appartement übertraf unsere Erwartungen. Von der Terrasse aus hatten wir einen wunderschönen Blick auf das Meer, und in der Ferne war die Silhouette der Westfjorde zu erkennen. An einigen Tagen ließen sich sogar Orcas blicken.
Erkundungen
Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang entlang des Lachsflusses Blanda, der hier in Blönduós in die Bucht Húnaflói mündet.
Weiter ging es über eine Brücke in den neueren Ortsteil mit seiner architektonisch sehenswerten modernen Kirche.
Die alte Kirche befindet sich im historischen Ortsteil in unmittelbarer Nähe unseres Hotels und kann von Urlaubsgästen als „Church Suite“ gebucht werden.
Abends bestellten wir Fisch im Hotelrestaurant, wo wir auf die Spieler und den Vorstand des isländischen Schachverbandes trafen.
Am Sonntagvormittag hatten wir Zeit für einen Besuch im Textilmuseum. Dort gab es neben isländischen Nationaltrachten und Textilkunst ein Zimmer, das der Pionierin der isländischen Handarbeitskultur Halldóra Bjarnadóttir gewidmet ist, die 1981 im Alter von 108 Jahren in Blönduós starb.
1. Runde
Am Nachmittag wurde das Icelandic Open von der frisch gewählten Präsidentin des isländischen Schachverbandes, Jóhanna Björg Jóhannsdóttir, eröffnet. Da das Turnier gleichzeitig als Landesmeisterschaft gewertet wurde, waren viele spielstarke isländische Titelträger am Start, die hier um den Titel „Isländischer Meister“ kämpften.
Ich durfte an Brett 2 mit Schwarz gegen den jungen isländischen Großmeister Vignir Vatnar Stefánsson antreten. Mit etwas Losglück hätte ich den ehemaligen Weltklassespieler Ivan Sokolov bekommen können, der 2019 das „Icelandic Open“ in Akureyri gewonnen hatte und somit hier als Titelverteidiger am Start war.
Herbert bekam den Internationalen Meister Bjorn Thorfinnsson zugelost. Gegen dessen jüngeren Bruder GM Bragi Thorfinnsson hatte er schon 2019 in Akureyri gespielt.
In meiner Partie stand ich zwar immer etwas passiv, aber sehr solide. Erst im 31. Zug machte ich mit De7? den entscheidenden Fehler. Nach 32.De3! war die Partie nicht mehr zu retten. Stattdessen hätte ich mit 31…Se6! den Kasten zusammenhalten können.
Herbert verschmähte mehrfach die Gelegenheit, mittels Damentausch in ein ausgeglichenes Endspiel abzuwickeln. Schließlich stand er auf verlorenem Posten. Am Ende übersahen beide Spieler eine taktische Finesse, die allerdings für einen Menschen schwer zu finden ist.
GM Vignir Vatnar Stefánsson (ISL) 2515 – Ansgar Barthel (GER) 2042 1 – 0
IM Bjorn Thorfinnsson (ISL) 2367 – Herbert Dietzsch (GER) 1982 1 – 0
2. und 3. Runde, Pub-Quiz
Am Montag war nicht nur eine Doppelrunde angesetzt, sondern am Abend auch das traditionelle Pub-Quiz.
In der Vormittagsrunde versuchte ich gegen einen isländischen Jugendspieler, den Ball flach zu halten, was mir gelang. Nach zwanzig Zügen gab es eine dreimalige Zugwiederholung. Aufgrund der besseren Bauernstruktur hätte ich vielleicht versuchen sollen, mehr herauszuholen.
Herbert vermied mit Weiß gegen die Drachenvariante Komplikationen, die sich nach der langen Rochade ergeben konnten. Stattdessen rochierte er kurz und wartete ab, was sein Gegner unternimmt. Seine Rechnung ging auf: Im 28. Zug griff sein Gegner fehl und erlaubte eine Taktik, mit der Herbert die Qualität und später die Partie gewinnen konnte. Der Computer fand eine komplizierte Zugfolge, mit der Schwarz die Partie trotzdem retten konnte.
Ansgar Barthel (GER) 2042 – Ingvar Wu Skarphedinsson (ISL) 2063 ½ – ½
Herbert Dietzsch (GER) 1982 – Heimir Pall Ragnarsson (ISL) 1769 1 – 0
In der Nachmittagsrunde bekam es Herbert mit der isländischen Nationalspielerin Lenka Ptacnikova zu tun, deren beide Söhne ebenfalls im Turnier spielten. Herbert verlor einen Bauern, hatte aber wegen der ungleichfarbigen Läufer zunächst noch Hoffnungen auf ein Remis. Als dann ein weiterer Bauer fiel, schien seine Lage aussichtslos. Dann geschah etwas Unerwartetes: Im 49. Zug überlegte Herberts Gegnerin so lange, bis ihre Zeit abgelaufen war. Offenbar wollte sie sichergehen, kein Gegenspiel zuzulassen, vergaß dabei aber die Uhr. Herbert war es sehr unangenehm, gegen seine sympathische Gegnerin auf diese Weise zu einem vollen Punkt zu kommen. Er hätte sich gerne mit ihr auf einen halben Punkt geeinigt, aber das Reglement ließ das nicht zu.
Ich bekam zum zweiten Mal an diesem Tag Weiß – gegen den mit 80 Jahren ältesten Teilnehmer des Turniers. Als Folge meiner schwachen Eröffnung hätte ich leicht in die Defensive geraten können, aber mein Gegner ließ mich entkommen. Nach mehr als drei Stunden beging mein Gegner im Endspiel schließlich einen Fehler, der es mir erlaubte, die Partie mittels eines langfristig geplanten Springeropfers zu meinen Gunsten zu entscheiden.
Lenka Ptacnikova (ISL) 2158 – Herbert Dietzsch (GER) 1982 0 – 1
Ansgar Barthel (GER) 2042 – Olafur Sigurbjörn Ásgrímsson (ISL) 1 – 0
Obwohl Herbert und ich beide sehr lange Partien spielten, schafften wir es trotz halbstündigem Fußmarsch zum Restaurant auf der anderen Seite des Flusses noch, am abendlichen Pub-Quiz teilzunehmen. Die Startzeit des Quiz wurde glücklicherweise verschoben, um allen Spielern eine Teilnahme zu ermöglichen. Wir traten wie schon in früheren Jahren als Team „Bärmesenser Schlabbefligger“ an. Auch wenn Herbert es sich gewünscht hatte, waren die Fragen diesmal nicht leichter. Mit 12 von 20 möglichen Punkten landeten wir passabel im Mittelfeld. Vielleicht wären mit etwas Glück ein oder zwei Punkte mehr drin gewesen, aber auch damit wären wir von den 18 Punkten des Siegerteams weit entfernt gewesen.
Freier Tag
Am Dienstag, dem 17. Juni, dem isländischen Nationalfeiertag, nahmen wir uns für die 4. Runde ein Bye, um die Region näher zu erkunden.
Vormittags besuchten wir zu Fuß die Insel Hrútey, die am Ortseingang von Blönduós im Fluss Blanda liegt und über zwei Fußgängerbrücken erreichbar ist.
Wir waren überrascht von der üppigen Vegetation. Als wir durch den kleinen Wald liefen, hatten wir eher den Eindruck, uns im Pfälzer Wald zu befinden als auf Island.
Ohne Leihwagen war es schwierig, Ausflüge zu machen. Wir nutzten daher am Nachmittag die Gelegenheit, mit dem öffentlichen Bus in den nächsten größeren Ort Sauðárkrókur zu fahren.
Dort gab es die Ausstellung „1238 The Battle of Iceland“, in der wir einiges über die blutige Schlacht von Örlygsstaðir zwischen isländischen Clan-Familien erfuhren. Schließlich konnten wir uns mittels VR-Brille mitten ins Geschehen versetzen lassen und aktiv an der Schlacht teilnehmen.
5. und 6. Runde
Am Mittwoch war erneut eine Doppelrunde angesetzt.
Meine Partie war schnell beendet, nachdem mein Gegner bereits nach acht Zügen einen Läufer eingestellt hatte. Auch Herberts Partie dauerte nicht viel länger. Er stellte im 16. Zug seinen Springer ein und gab daraufhin auf.
Herbert Dietzsch (GER) 1982 – Stefan Steingrimur Bergsson (ISL) 2151 0 – 1
Unnar Arnason (ISL) – Ansgar Barthel (GER) 2042 0 – 1
Nachmittags bekam ich mit IM Bjorn Thorfinnsson Herberts Gegner aus der ersten Runde. Ich baute mich mit Weiß solide auf, woraufhin mein Gegner viel Zeit damit verbrauchte, nach einem Plan zu suchen. Als sich die Stellung später öffnete, verlor mein Gegner bei knapper Zeit den Überblick und lief in eine Springergabel. Die Mehrqualität konnte ich dann ins Endspiel retten. Ich gab die Qualität allerdings unnötigerweise zurück, um in ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern abzuwickeln. Bei genauem Spiel wäre das nicht zu gewinnen gewesen. Glücklicherweise fand mein Gegner nicht die beste Verteidigung, sodass ich doch noch den vollen Punkt einfahren konnte.
Herbert konnte sich nach zweifelhafter Eröffnung aus der Defensive befreien und erreichte eine ausgeglichene Stellung. Mit einem unbedachten Zug stellte er die Partie dann allerdings ein.
Ansgar Barthel (GER) 2042 – IM Bjorn Thorfinnsson (ISL) 2367 1 – 0
CM Bjorn Holm Birkisson (ISL) 2128 – Herbert Dietzsch (GER) 1982 1 – 0
Abends nach unseren Partien versuchten wir uns an fermentiertem „Gammelhai“ (Hákarl), den ich im örtlichen Supermarkt gekauft hatte. Nicht unbedingt ein kulinarischer Genuss, aber mit dem Brennivín danach einigermaßen erträglich.
7. Runde
Die 7. Runde bescherte mir mit Schwarz den FIDE-Meister Hilmir Freyr Heimisson. Bis zum 12. Zug verlief die Partie identisch zur Begegnung meines Gegners aus der Runde zuvor, dann spielte ich einen vorbereiteten Zug, der die Partie in taktische Bahnen lenkt. Die kritischen Varianten, in denen ich einen Turm opfern muss, hatte ich mir angeschaut. Mein Gegner ließ sich nicht darauf ein und wählte eine Abwicklung, in der ich einen Mehrbauern behalte, dafür aber auf die Rochade verzichten muss. Die Stellung war kompliziert und blieb bis zum 23. Zug dynamisch im Gleichgewicht. Hier fand ich schließlich nicht die richtige Fortsetzung und musste nach einigen Schachgeboten meines Gegners aufgeben.
Herbert wollte sich nicht auf seinen Gegner vorbereiten, weil er laut eigener Aussage ohnehin nie das aufs Brett bekommt, was er analysiert hat. Ich konnte ihn trotzdem dazu bringen, sich einige Varianten gegen Caro-Kann anzusehen, da sein Gegner diese Eröffnung laut Datenbank fast immer spielt. In der Partie kam tatsächlich 1. e4 c6 aufs Brett. Nach 2. d4 zog sein Gegner jedoch überraschend 2… d6!?, wobei Herbert beim Ausführen dieses Zuges ein leichtes Grinsen bemerkt haben will. Die Vorbereitung war also wieder mal für die Katz, doch Herbert gewann die Partie schnell und souverän.
FM Hilmir Freyr Heimisson (ISL) 2349 – Ansgar Barthel (GER) 2042 1 – 0
Herbert Dietzsch (GER) 1982 – Larus H. Bjarnason (ISL) 1713 1 – 0
8. Runde
Für Runde 8 wurde mir Lenka Ptacnikova zugelost, die gegen Herbert auf Zeit verloren hatte. Ich kam vorteilhaft aus der Eröffnung und behielt lange die Initiative, fand aber nicht das richtige Rezept gegen die Verteidigung meiner Gegnerin. Schließlich endete unsere Partie friedlich mit einer Zugwiederholung.
Herbert erlangte aus der Defensive heraus ein ausgeglichenes Mittelspiel, zog dann aber seine Bauern am Damenflügel zu forsch vor, wonach sein Gegner diese wie reife Früchte einsammeln konnte. Das folgende Turmendspiel war nicht mehr zu halten.
Ansgar Barthel (GER) 2042 – Lenka Ptacnikova (ISL) 2158 ½ – ½
Benedikt Thorisson (ISL) 2069 – Herbert Dietzsch (GER) 1982 1 – 0
In der Nacht vor der letzten Runde konnten wir von unserer Terrasse aus einen besonders schönen Sonnenuntergang beobachten.
9. Runde
Meinem Gegner in der letzten Runde war klar, dass in unserer Partie der 1. Geldpreis in der Kategorie S50 ausgespielt wurde. Er hatte sich daher intensiv auf mich vorbereitet, während ich mir nachts den Sonnenuntergang angesehen hatte. Auf dem Brett ergab sich eine scharfe Variante, in deren Variantendschungel ich mich verirrte. In der Analyse nach der Partie zeigte mir mein Gegner, dass er sämtliche meiner Partien in dieser Variante aus der Datenbank kannte.
Herbert nutzte einen Fehler seines Gegners, eroberte die Kontrolle über die f-Linie und startete einen entschlossenen Königsangriff, der keine Verteidigung mehr zuließ.
FM Sigurbjorn Bjornsson (ISL) 2291 – Ansgar Barthel (GER) 2042 1 – 0
Herbert Dietzsch (GER) 1982 – Jon Arnljotsson (ISL) 1858 1 – 0
Siegerehrung
Am Abend fand im Hotel die Siegerehrung statt. Mit jeweils 4,5 Punkten aus 9 Partien hatten Herbert und ich die 3. Geldpreise in den Kategorien S65 und S50 gewonnen.
Herbert bekam seinen Preis von der isländischen Staatspräsidentin Halla Tómasdóttir überreicht, die extra für die Siegerehrung aus Reykjavík angereist war.
Anschließend waren wir zum Gala-Dinner mit viel Prominenz eingeladen.
Blönduós Blitz
Am Sonntag wollten wir eigentlich mittags den Bus zurück nach Reykjavík nehmen, um dort abends einen weiteren Heringsteller zu essen. Dann bemerkten wir, dass uns der Turnierorganisator Gunnar Björnsson schon auf die Teilnehmerliste des abschließenden Blitzturniers gesetzt hatte. Da wir ihn nicht enttäuschen wollten, spielten wir mit. Mit 4,5 bzw. 5 aus 9 landeten wir zwar nur im Mittelfeld, es war aber trotzdem ein schöner Abschluss des Schach-Events in Blönduós.
Abreise
Wir fuhren mit dem Abendbus zurück nach Reykjavík und erreichten unsere Unterkunft kurz vor Mitternacht, wo unsere Zimmerschlüssel in einer Box hinterlegt waren. Der Heringsteller fiel leider aus. Da wir um 3 Uhr morgens den Bus zum Flughafen Keflavík bekommen mussten, blieben uns kaum zwei Stunden Schlaf.
Nach unserer Ankunft in Frankfurt mussten wir uns erst an die dortige Hitze von über 30 Grad gewöhnen.
Links
Alle Ergebnisse:
Icelandic Open 2025
Fake News:
Reisebericht aus Spielersicht: Zwei Deutsche in Blönduós – Schach, Sturm und Skyr
Erstellt am 12 Juli 2025 von Ansgar Barthel
Monatsblitzsaison 2024
Andreas Stock ist Blitzsieger 2024! Siehe Jahreswertung Monatsblitz 2024
Erstellt am 27 Juni 2025 von Jan Raaphorst
Einladung zur MV 2025
Die Mitgliederversammlung 2025 des SC Pirmasens findet am Freitag, den 27.06.2025 um 19.00 Uhr im Leibniz-Gymnasium, Luisenstr. 2, 66953 Pirmasens statt.
Tagesordnung
1. Begrüßung durch den Vorstand und Wahl des Protokollführers
2. Genehmigung des Protokolls der MV 2024
3. Berichte der Vorstandsmitglieder und Aussprache zu den Berichten
4. Haushaltbericht 2024 und 1. Halbjahr 2025; Haushaltsplanung für 2. Halbjahr 2025 und 2026
5. Entlastung des Vorstands
6. Neuwahlen
7. Saisonplanung 2025/2026
8. Verschiedenes
Wir planen wieder ein gemeinsames Essen gegen Ende der Versammlung. Dazu ist eine Voranmeldung bis zum 22.06. an Michael Müller unter Angabe des Essenswunsches notwendig. Anträge sind bis zum 20.06.2025 an den 1. Vorsitzenden zu richten. Diese Anträge werden wie die Haushaltsunterlagen auf der Vereinshomepage in einem passwortgeschützten Bereich zur Verfügung gestellt.
Erstellt am 30 Mai 2025 von Michael Müller
2. Rheinland-Pfalz-Liga: Spannung bis zum letzten Zug
In der letzten Runde der 2. Rheinland-Pfalz-Liga stand für unsere Erste noch Einiges auf dem Spiel. Gegen den SC Landskrone durfte kein Punkt verschenkt werden, wenn wir das Abstiegsgespenst endgültig vertreiben wollten.
Eigentlich sollte unser Großmeister Ralf als Ersatz für Michael einspringen, doch eine kurzfristige berufliche Verpflichtung machte ihm und uns einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen verstärkte uns erstmals in dieser Saison Gerd als weiterer Spitzenspieler.
Frühe Hoffnungen und erste Führungen
Harald erwischte einen verheißungsvollen Start und überrollte seinen Gegner wie schon in seiner vorigen Partie gegen Neustadt mit den Zentrumsbauern. Die Schwierigkeit lag nun darin, die richtige Fortsetzung zu finden, welche jegliches Gegenspiel unterbindet.
Sein Gegner bewies Kreativität: er brachte einen Bauern bis nach h3 und fianchettierte seine Dame über b7, mit Röntgenblick auf das Mattfeld g2. Das Manöver erinnerte ein wenig an Freestyle-Chess. Ein schnelles Durchkommen für Harald war nicht in Sicht.
Pascal hingegen musste sich mit einer fragwürdigen Stellung gegen Caro-Kann arrangieren: sein König konnte nicht mehr rochieren und stand auf e2, zudem musste er das Läuferpaar aufgeben.
„Warum spielen meine Gegner nicht so gegen mein Caro-Kann?“ beklagte sich Frank lachend.
Doch Pascal konnte seine Stellung konsolidieren und weiter verstärken. Schließlich stellte sein Gegner die Dame ein, womit Pirmasens früh mit 1:0 in Führung ging.
Rückschläge und zähe Kämpfe
Daniel, der mit dem Budapester Gambit zunächst gut aus der Eröffnung kam, entschied sich für einen Königsangriff, statt einen Bauern einzusacken. Sein Angriff verpuffte, und anstelle eines kleinen Vorteils blieb ihm ein Bauernverlust ohne Kompensation.
Während Klaus wie gewohnt solide, aber passiv spielte, wurde einmal mehr seine Zeitnot zum Problem.
Unterdessen einigte sich Gerd gegen die Benoni-Verteidigung mit seinem Gegner auf ein schnelles Remis – fehlende Spielpraxis war sein Argument.
Ich selbst wurde ebenfalls mit einer Benoni-Struktur konfrontiert, allerdings mit vertauschten Farben. Ich geriet in die Defensive, konnte die Stellung aber halten, nachdem mein Gegner einen unangenehmen Zug ausgelassen hatte. Das Spiel endete remis durch Zugwiederholung.
Weiß, Reinhold – Barthel, Ansgar
Zwischenstand: 2:1 für Pirmasens.
Entscheidende Momente
Frank begegnete der Königsindischen Abtauschvariante mit theoretischer Präzision – er folgte einer Variante aus der „Königsindisch-Bibel“. Als das Buch im 22. Zug mit einem Remis abschloss, spielte sein Gegner wegen der Lage im Mannschaftskampf jedoch weiter.
Gauer, Manuel – Scherer, Frank
Andreas empfand seine Stellung zunächst als langweilig, doch als seine Gegnerin einen schwachen Bauern attackierte, opferte er diesen für Kompensation, gewann ihn zurück und landete schließlich in einem remislichen Turmendspiel.
Daniel hingegen profitierte von einem Fehler seiner Gegnerin, der den Durchbruch seines Freibauern ermöglichte. Ein Turmeinsteller machte die Sache dann noch einfacher.
Kalina, Lena – Marhöfer, Daniel
3:1 für Pirmasens.
Allerdings konnte Klaus seine Stellung nicht mehr zusammenhalten. Unter enormem Zeitdruck brach seine Verteidigung auseinander.
3:2 für Pirmasens.
Noch drei Partien liefen.
Die Spiele von Frank und Andreas sahen nach sicheren Remisen aus, während Haralds Partie mittlerweile völlig unklar war. Er hatte zwei Springer für einen Turm, aber seine Figuren waren nicht gut koordiniert, und sein Gegner verfügte über einen gefährlichen Freibauern.
Zwei Remisen würden genügen, um den Klassenerhalt zu sichern. Wir konnten uns entspannt zurücklehnen – dachten wir.
Das Drama am Schluss
Dann kam es zu einer unerwarteten Wende: Andreas verschenkte in seinem Turmendspiel mehrere Tempi. Die Stellung blieb zwar im Remisbereich, doch durch weitere Ungenauigkeiten geriet er immer mehr auf die Verliererstraße – und gab auf.
Die Computer-Analyse nach der Partie brachte Überraschendes ans Licht: die Schluss-Stellung wäre studienartig noch haltbar gewesen.
Stock, Andreas – Müller, Riyanna
Stand: 3:3.
Mit dem sicheren Remis von Frank in Aussicht musste nun Haralds Partie über den Ausgang des Mannschaftskampfes entscheiden: würde er verlieren, wäre auch der Mannschaftskampf verloren – und damit unser Klassenerhalt gefährdet.
Sein Gegner verpasste einen starken Zug, woraufhin Harald wieder die Oberhand gewann. In dieser kritischen Situation bekam er ein Remisangebot.
Eigentlich hätte Harald gerne weitergespielt, doch die Mannschaftslage ließ ihm keine Wahl – er akzeptierte.
Lares, Harald – Hartmann, Wolfgang
Wie erwartet, endete nach einer Weile auch Franks Partie mit einem Remis.
Endstand: 4:4.
Damit sicherten wir nicht nur den Klassenerhalt, sondern schoben uns sogar auf Platz drei der Tabelle. Ein versöhnlicher Abschluss einer Saison voller harter Kämpfe und unglücklicher Wendungen.
SC Pirmasens 1912 – SC Landskrone 4:4
1. Barthel, Ansgar – Weiß, Reinhold 0,5:0,5
2. Gnichtel, Gerd – Lösch, Adrian 0,5:0,5
3. Scherer, Frank – Gauer, Manuel 0,5:0,5
4. Stock, Andreas – Müller, Riyanna 0:1
5. Marhöfer, Daniel – Kalina, Lena 1:0
6. Lares, Harald – Hartmann, Wolfgang 0,5:0,5
7. Ludy, Klaus – Faiss, Peter 0:1
8. Laag, Pascal – Henrich, Benno 1:0
Erstellt am 03 Mai 2025 von Ansgar Barthel
2. Rheinland-Pfalz-Liga: Luft für die Erste
Endlich konnte unsere Erste wieder einen Sieg verbuchen, auch wenn wir gegen Neustadt wieder bis zum Schluss zittern mussten.
Harald überrannte seinen Gegner in einer Benoni-Struktur mit einem Bauernvorstoß im Zentrum – ein empfindlicher Schlag für den unrochierten König.
Lares, Harald – Piechot, Steffen
Michael musste schmerzlich erfahren, dass das Londoner System mit Weiß nicht immer ein Spiel auf ein Tor ist. Aus unerklärlichen Gründen landete der Ball diesmal im eigenen Netz.
Nach einem soliden Remis von Andreas lautete der Zwischenstand 1,5:1,5.
Die verbliebenen Partien sahen tendenziell vielversprechend für Pirmasens aus. Ich kam gegen die Drachenvariante mit einem Mehrbauern aus der Eröffnung, bei Daniel war die Stellung unübersichtlich, Kai-Uwes Partie wirkte ausgeglichen, und Klaus stand zwar etwas gedrückt, aber sicher.
Frank hatte nach einem zweischneidigen Eröffnungsspiel die Initiative ergriffen, verpasste dann aber den sofortigen Gewinn.
Scherer, Frank – Klein, Klaus
Kai-Uwe einigte sich bald mit seinem Gegner auf Remis.
Vautrin, Stefan – Schmidt, Kai-Uwe
Ich konnte meinen Materialvorteil ins Endspiel retten und dort verwerten, wenngleich ich meinem Gegner zwischendurch eine Ausgleichschance gewährte – die dieser jedoch ungenutzt ließ.
Barthel, Ansgar – Dries, Volker
Daniels Partie kippte mehrfach in beide Richtungen (z.B. verpasste er einen Turmgewinn) und endete folgerichtig mit einer Punkteteilung.
Nogatz, Falco – Marhöfer, Daniel
Zwischenstand: 3,5:2,5.
Frank hatte inzwischen zwei Bauern mehr, doch aufgrund seines weit abgeschnittenen Königs war fraglich, ob das zum Sieg reichen würde.
Stellung nach 46…Ke3-d2
Klaus stand zunächst bedenklich, doch nachdem sich sein Gegner durch einen Bauernzug die Einbruchsmöglichkeit mit dem König verbaute, war die Festung nicht mehr zu erstürmen.
Damit war es nicht mehr schlimm, dass Frank seine Partie schließlich doch nicht gewinnen konnte.
Endstand: 4,5:3,5.
Der Mannschaftssieg wurde mit einem vorgezogenen Saison-Abschlussessen beim Griechen neben dem Spiellokal gefeiert.
Eine Runde vor Schluss hat sich Pirmasens wieder auf den dritten Platz vorgekämpft und sich im Abstiegskampf erheblich Luft verschafft – insbesondere, da Heidesheim in der Oberliga den Stichkampf gegen Wolfshagen gewinnen konnte, wodurch es in unserer Liga einen Absteiger weniger gibt.
Um ganz sicherzugehen, sollten wir in der letzten Runde am 27. April unser Heimspiel gegen den SC Landskrone nicht verlieren.
Post SV Neustadt – SC Pirmasens 1912 3,5:4,5
1. Dries, Volker – Barthel, Ansgar 0:1
2. Vautrin, Stefan – Schmidt, Kai-Uwe 0,5:0,5
3. Klein, Klaus – Scherer, Frank 0,5:0,5
4. Thomas, Andreas – Stock, Andreas 0,5:0,5
5. Piechot, Steffen – Lares, Harald 0:1
6. Nogatz, Falco – Marhöfer, Daniel 0,5:0,5
7. Derlich, Manfred – Müller, Michael 1:0
8. Gaab, Wolfgang – Ludy, Klaus 0,5:0,5
Erstellt am 26 Apr. 2025 von Ansgar Barthel
2. Rheinland-Pfalz-Liga: Vergebene Chancen
Eigentlich sah es zunächst sehr gut aus für unsere Erste am letzten Sonntag gegen Heidesheim 3. Da Heidesheim nur mit sechs Spielern anreiste, brachten uns Daniel und Harald durch kampflose Siege früh mit 2:0 in Führung. Die beiden vertrieben sich daraufhin die Zeit mit einer freien Partie, deren Ausgang mir jedoch nicht bekannt ist.
Ein schnelles 3:0 schien in greifbarer Nähe, nachdem Helmuts jungem Gegner die Eröffnung völlig missglückt war. Helmut gewann einen Bauern und jagte den gegnerischen König quer über das halbe Brett. Dann jedoch setzte er nicht energisch genug fort, sodass der weiße König schließlich auf h2 ein sicheres Plätzchen fand. Nachdem Helmut auch noch seinen Mehrbauern verloren hatte, verließ ihn der Mut. Schließlich landete er in einem Turmendspiel mit einem Minusbauern, das er nicht mehr halten konnte. Es fühlte sich an wie ein verschossener Elfmeter.
Mit Remisen von Michael und Klaus stand es 3:2 für Pirmasens.
Michael war mit seinem Remis sehr zufrieden, denn diesmal saß er mit Schwarz auf der vermeintlich „falschen“ Seite des Brettes im Londoner System. Gegen Vorwärts Orient Mainz haben wir ja gelernt, dass das ein Spiel auf ein Tor ist.
Am Ende stand sein Gegner klar besser, war sich dessen aber nicht bewusst, und willigte in eine Zugwiederholung ein.
Die Partie von Klaus war wohl immer mehr oder weniger ausgeglichen.
Es blieben noch die Partien an den Brettern 1 bis 3 von Andreas, Frank und mir.
Mein Gegner war gut vorbereitet und erwischte mich bereits in der Eröffnung. Ich verlor einen Bauern, aber schließlich erreichte ich ein Läufer-Endspiel, das bei bestem Spiel remis gehalten werden konnte. Mein erster Schritt hätte sein müssen, den a-Bauern voranzutreiben, damit der König – je nach weißen Zügen – entweder zum Damen- oder Königsflügel laufen kann. Stattdessen entschied ich mich sofort für den Damenflügel, wonach die weißen Königsflügel-Bauern schneller waren als mein a-Bauer.
Beim Stand von 3:3 kämpften noch Frank und Andreas.
Frank hatte zunächst eine vielversprechende Stellung, bis er sich in Zeitnot verrechnete. Danach stand er ausgeglichen, lief jedoch unnötigerweise in einen Damentausch, wonach das Endspiel nicht mehr zu halten war. Zwischenstand 3:4.
Nun lag es allein bei Andreas, noch ein Unentschieden für Pirmasens zu erkämpfen. Hoffnung hatten wir, denn Andreas verfügte im Schwerfiguren-Endspiel über einen Mehrbauern, und er holte sich sogar einen zweiten. Die Sache war allerdings nicht einfach, da sein Gegner ein gewisses Gegenspiel gegen den König bekam. Am Ende fehlten Andreas Kraft und Mut, in der mit Abstand längsten Partie des Mannschaftskampfes in klar besserer Stellung weiter auf Gewinn zu spielen.
Also erneut eine unglückliche 3,5:4,5-Niederlage. Pirmasens ist nun mit 7:7 Mannschaftspunkten Sechster. Da es wegen der Bundesligareform bis zu fünf Absteiger geben kann, reicht das möglicherweise nicht zum Klassenerhalt. In den letzten beiden Runden müssen also nochmals Punkte her.
Wir drücken der ersten Mannschaft von Heidesheim die Daumen für den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Ein Aufstieg von Heidesheim würde die Zahl der Absteiger in den Rheinland-Pfalz-Ligen reduzieren, zumal dann ggf. eine weitere rheinland-pfälzische Mannschaft nicht absteigt.
Unseren nächsten Mannschaftskampf spielen wir am 6. April beim Post SV Neustadt, der in der Tabelle direkt vor Pirmasens platziert ist.
SC Pirmasens 1912 – Sfr. Heidesheim III 3,5:4,5
1. Barthel, Ansgar – Plaumann, Arvin 0:1
2. Scherer, Frank – Scheuermann, Gerhard 0:1
3. Stock, Andreas – Kopp, Jan 0,5:0,5
4. Marhöfer, Daniel – Krannich, Holger 1:0 kl
5. Müller, Michael – Alt, Johannes 0,5:0,5
6. Lares, Harald – Schmid, Leon 1:0 kl
7. Ortinau, Helmut – Gräßer, Malte 0:1
8. Ludy, Klaus – Richter, Johanna 0,5:0,5
Erstellt am 22 März 2025 von Ansgar Barthel
Update: Ariana Kitaeva ist U8-RLP-Meisterin
Ariana Kitaeva vom Schachclub Pirmasens ist Rheinland-Pfalz-Meisterin in der Altersklasse U8 im Turnierschach und im Schnellschach und hat sich damit für die Deutschen Meisterschaften im Juni im sauerländischen Willingen qualifiziert. Die siebenjährige Grundschülerin war bei den jeweiligen Meisterschaften Ende Januar im Pirmasenser Leibniz-Gymnasium und nun im Februar in der Jugendherberge Pirmasens das beste Mädchen im Teilnehmerfeld.
Im Schnellschach verlor Ariana in der ersten Runde gegen den späteren Gesamtsieger, holte dann aber nach und nach wieder auf und verwies die anderen Mädchen auf die weiteren Plätze.
Bei den Landesmeisterschaften im Turnierschach belegte Ariana am Ende mit 3 Siegen aus 5 Partien in einem Teilnehmerfeld aus 30 Teilnehmern den 12 Tabellenplatz. Das Turnier wurde zugleich als sogenanntes „Regionales Kinderschachturnier“ der Deutschen Schachjugend ausgerichtet, d.h. es durften Kinder aus ganz Deutschland teilnehmen und sich so den ebenfalls anwesenden Beobachtern der Schachjugend für die Deutsche Meisterschaft empfehlen. In der letzten Runde gewann Ariana gegen ihre punktgleiche Konkurrentin Katharina Seidel (SV Multatuli Ingelheim) und war viertbeste Rheinland-Pfälzerin und das beste teilnehmende Mädchen.
Ursprüngliche Mitteilung von der U8-RLP-Schnellschach-Meisterschaft:
Im Januar fand im Pirmasenser Leibniz-Gymnasium die offene RLP-Schnellschachmeisterschaft der Altersklasse U8 statt. Das Turnier wurde organisiert und geleitet von dem Vorsitzenden der Schachjugend RLP Prof. Dr. Ludwig Peetz und deren Spielleiter Frank Görgen.
Die Jugendspielerin des SC Pirmasens Ariana Kitaeva schlug sich hervorragend gegen die besten Spielerinnen und Spieler dieser Altersklasse aus dem ganzen Bundesland und heimste den Titel U8-RLP-Schnellschachmeisterin und natürlich einen Pokal ein.

Erstellt am 17 Feb. 2025 von Michael Müller
2. Rheinland-Pfalz-Liga: Worms 2
Am letzten Sonntag spielten wir mit der Ersten gegen
Oh nein, nicht das Computerspiel von 1997, sondern die zweite Mannschaft des SV Worms 1878.
Da unsere Zweite am gleichen Tag gegen Weilerbach antrat, war man sich einig, dass die Erste statt in Gersbach ebenfalls im Leibniz spielt, um der Zweiten im wahrsten Sinne des Wortes über die Schulter schauen zu können.
Franks Partie hätte am schnellsten beendet sein können. Nachdem er in der Sweschnikow-Variante die Zugreihenfolge verwechselt hatte, konnte sein Gegner Niclas Burg eine Zugwiederholung herbeiführen – doch dieser wollte weiterspielen. Frank verließ daraufhin die ausgetretenen Pfade, und beide Spieler mussten ihre Züge selbst finden. Frank kam mit dieser Situation besser zurecht. Er verpasste seinem Gegner strukturelle Schwächen und brachte seinen König durch die lange Rochade in Sicherheit, während der schwarze König in der Mitte steckenblieb. Am Ende entschied ein Bauerndurchbruch die Partie zu Franks Gunsten.
Andreas spielte gegen den erfahrenen Gregor Werner das Blumenfeldgambit („Stock-Wolga“), welches sein Gegner jedoch nicht annahm. Andreas war sich zunächst unsicher, wie er sich dagegen am besten aufbaut, hielt die Stellung dann aber durch solides Spiel im Gleichgewicht. Da auch sein Gegner kein unnötiges Risiko eingehen wollte, einigte man sich schließlich auf ein friedliches Remis.
Daniel M. ging seinen Gegner Fabian Gukes (nein, nicht Weltmeister Gukesh!) mit dem Grand-Prix-Angriff an, aber auch diese Partie endete letztlich Remis.
Daniel R. hatte strukturell eine Sizilianisch Rossolimo-Variante mit vertauschten Farben auf dem Brett, also c-Doppelbauern gegen Läuferpaar und Zentrum. Ich habe das Ende der Partie nicht gesehen, aber da Daniel verlor, hatte sich die Kompensation offenbar durchgesetzt.
Michael hatte Schwarz in der Französisch-Vorstoß-Variante. Nach ungenauem Spiel seines Gegners erlangte er immer mehr die Oberhand und erhielt starken Königsangriff. Dann wurde er jedoch nervös und versäumte es zweimal, seinen Gegner problemartig in drei Zügen mattzusetzen. Stattdessen trieb er den gegnerischen König immer weiter nach vorne, so dass wir uns schon Sorgen machten, dass der weiße König letztlich der weißen Dame helfen könnte, Michaels König mattzusetzen. Schließlich überschritt sein Gegner die Zeit, aber die Analyse nach der Partie zeigte, dass Michael ohnehin auf Gewinn stand.
Hier die verpasste Chance auf den dreizügigen sofortigen Gewinn:
Beim Stand von 3:2 für Pirmasens liefen noch drei Partien: von Harald, Klaus und mir.
In meiner Partie zeichnete sich eine Niederlage ab. Ich kam solide aus der Eröffnung gegen IM René Dausch heraus, stand aber etwas gedrückt und erlaubte meinem Gegner nach einem unvorsichtigen Bauernzug, die Kontrolle über die schwarzen Felder zu übernehmen. Ich suchte meine Rettung in einem Endspiel mit Minusbauern.
Harald hatte einen Mehrbauern und Klaus eine sehr sichere Stellung mit ungleichen Läufern.
Wir waren zuversichtlich, dass der Mannschaftskampf entweder 4,5:3,5 für Pirmasens oder 4:4 unentschieden ausgeht.
Harald konnte seine Partie nicht gewinnen, und mein Leichtfigurenendspiel war nicht zu halten.
Es sah also nach einem 4:4 aus. Leider ließ Klaus Luft in seine Stellung, wonach seine eigentlich bombensichere Festung auseinanderbrach.
Letztendlich also eine unglückliche 3,5:4,5 Niederlage.
Pirmasens ist nun mit 7:5 Mannschaftspunkten Vierter. Als nächsten Gegner erwarten wir am 16. März die dritte Mannschaft von Heidesheim.
SC Pirmasens 1912 – SV Worms 1878 II 3,5:4,5
1. Barthel, Ansgar – Dausch, René 0:1
2. Scherer, Frank – Burg, Niclas 1:0
3. Stock, Andreas – Werner, Gregor 0,5:0,5
4. Marhöfer, Daniel – Guckes, Fabian 0,5:0,5
5. Rein, Daniel – Nettsträter, Valentin 0:1
6. Lares, Harald – Gerhardt, Pascal 0,5:0,5
7. Müller, Michael – Niekisch, Dirk 1:0
8. Ludy, Klaus – Reielts, Lars 0:1
Erstellt am 15 Feb. 2025 von Ansgar Barthel
GM Ralf Appel ist Ehrenmitglied des SC Pirmasens
Im Rahmen des Auswärtsspiels des SC Pirmasens in der 2. Rheinland-Pfalz-Liga Süd beim SC Thallichtenberg ernannte der Vorsitzende des SC Pirmasens Michael Müller den Internationalen Großmeister Ralf Appel zum Ehrenmitglied.
Appel geht nach seiner Zeit als Bundesligaspieler seit einigen Jahren für seinen Jugendverein ans Brett, wenn es seine Zeit erlaubt. Er ist – abgesehen vom als Kind nach Bayern umgezogenen Wolfgang Unzicker – der einzige aus der Pfalz stammende Schachgroßmeister überhaupt.

Michael Müller hob die schachlichen Leistungen Ralf Appels hervor und drückte ihm stellvertretend für die Mitgliederschaft seinen Dank für seinen Einsatz im Verein und im Mannschaftsspielbetrieb aus. Die Mitgliederversammlung hatte ihn deswegen zum Ehrenmitglied gewählt.
Im Mannschaftskampf gegen den SC Thallichtenberg gewann Appel im Anschluss souverän gegen dessen Vereinsvorsitzenden Marcel Agné und trug so den entscheidenden Punkt zum 5:3-Auswärtssieg der Pirmasenser bei.
[Pressemitteilung vom 02.12.2024]
Erstellt am 08 Feb. 2025 von Michael Müller
2. Rheinland-Pfalz-Liga: Pirmasens I gewinnt in Bellheim
Am vergangenen Sonntag gelang unserer ersten Mannschaft ein knapper Auswärtssieg gegen Bellheim.

(Mannschaftsfoto vom 1. Spieltag in Mainz)
Nach krankheitsbedingter Absage von Frank und dem Ausfall weiterer Stammspieler sprangen Jan und Mulle freundlicherweise als Ersatz ein.
Zu Beginn sah es nach einer schnellen Niederlage für Daniel aus, der von Ex-Pfalzmeister Rainer Zwick mit dem sizilianischen Flügelgambit konfrontiert wurde. Sein König blieb in der Mitte stecken, und außer der Dame hatte er keine weiteren Figuren entwickelt. Durch künstliche Rochade und Rückgabe des Mehrbauern konnte Daniel die Partie jedoch am Laufen halten.

Michael verschaffte sich einen Vorteil, indem er seinem Gegner einen Doppelbauern verpasste und sein Springer stärker war als der gegnerische Läufer. Sein positioneller Sieg brachte Pirmasens mit 1:0 in Führung.
Auch Andreas stand gut, nachdem er einen Opferangriff abgewehrt hatte und mit einer Mehrfigur gegen zwei Bauern verblieb.
Unsere beiden Ersatzspieler gingen ihre Partien sehr forsch an.
Mulle erlegte den gegnerischen König durch ein Figurenopfer und erhöhte auf 2:0.
Jan überspielte seinen Gegner im Morosewitsch-Stil mit Albins-Gegengambit. Sein einziges Problem war die knappe Bedenkzeit.

Da Jan seine Zeitnot-Probleme meistern konnte und sich Harald aufgrund des guten Zwischenstandes mit seinem Gegner auf Remis geeinigt hatte, stand es 3,5:0,5 für Pirmasens.
Daniel musste nach zäher Gegenwehr schließlich die Waffen strecken, und Bellheim verkürzte auf 3,5:1,5.
Klaus sorgte mal wieder für einen Zeitnot-Krimi, der die Nerven einiger Zuschauer extrem strapazierte. Die Lage am Brett wurde immer chaotischer, und er verpasste vermutlich einige gute Chancen. Nachdem sich der Rauch verzogen hatte, verblieb er mit einem Minusturm: 3,5:2,5.

Andreas hatte inzwischen seinen Vorteil verspielt und war mit einem Remis einverstanden: 4:3.

Schließlich lief noch meine Partie, in der ich ein Schwerfigurenendspiel mit einem Minusbauern zu verteidigen hatte. Nachdem mein Gegner einem Damentausch aus dem Weg gegangen war, da er sich im Turmendspiel wenig Gewinnchancen ausrechnete, hatte ich genügend aktives Spiel gegen den König, was zum Remis ausreichte.
Endstand: 4,5:3,5 für Pirmasens.
Mit diesem knappen Sieg behauptet Pirmasens den 2. Tabellenplatz, allerdings mit drei Punkten Rückstand hinter Ludwigshafen und nur einem Punkt Vorsprung vor drei weiteren Mannschaften.
SC Bellheim – SC Pirmasens 1912 3,5:4,5
1. Dantes, Thorsten – Barthel, Ansgar 0,5:0,5
2. Zwick, Rainer – Marhöfer, Daniel 1:0
3. Busch, Lorenz – Stock, Andreas 0,5:0,5
4. Wilk, Jan – Müller, Michael 0:1
5. Kopf, Rainer – Lares, Harald 0,5:0,5
6. Croissant, Karlheinz – Ludy, Klaus 1:0
7. Kopf, Thomas – Schaefer, Michael 0:1
8. Zuniga, Raul – Raaphorst, Jan 0:1
Erstellt am 23 Jan. 2025 von Ansgar Barthel
Weihnachtsblitzturnier 2024
Es war wieder ein schönes Turnier! Hier alle Ergebnisse:
Vielen Dank an alle Teilnehmer!
Erstellt am 02 Jan. 2025 von Jan Raaphorst
Klare Sache gegen Rammelsbach | 2. Pfalzliga West
Am 20.10.2024 traf der SC Pirmasens II am 2. Spieltag der 2. Pfalzliga West auf den SC Rammelsbach.
Der Pirmasenser Mannschaftsführer Harald Wolf begrüßte die Gäste mit den Worten, dass er in seiner gesamten Zeit im Schachverein sich nicht erinnern könne, schon einmal gegen Rammelsbach gespielt zu haben.
Bereits früh in der Begegnung ging der SCP in Führung: Timon Winter überrumpelte am 8. Brett seinen Gegner mit dem Schottischen Gambit. Es dauerte keine Stunde und es stand 1:0 für den Gastgeber.
Max Arndts Gegner geriet bereits früh mit den schwarzen Steinen in der Französischen Verteidigung auf Abwege, in welchen beide Spieler sich nicht auskannten. Letztlich hatte Max den besseren Plan und setzte sich deutlich durch, sodass es 2:0 stand.
Eine komfortable Führung, weshalb mit Roland Kratz, Harald Wolf, Helmut Ortinau und Herbert Dietzsch gleich vier Pirmasenser ein Remis anboten. Rolands Gegner lehnte ab, die anderen drei Rammelsbacher nahmen an. Zwischenstand 3,5:1,5.
Rolands Gegner sah im Springerendspiel mit gleich vielen Bauern, dass Rolands Springer zu passiv stand. Auch wenn Roland sich noch eine Weile verteidigte, half es letztlich nichts – die Partie ging an den SC Rammelsbach. Es stand 3,5:2,5 – allerdings hatte Pascal eine leicht bessere Stellung und Michael Schaefer eine deutlich bessere Stellung auf dem Brett. Pascals Gegner bot Remis an, doch im Angesicht von Michaels Stellung und des sich anbahnenden Sieges sah Pascal keinen Grund, die Partie Remis zu geben, zumal der Gegner die schlechtere Bauernstruktur, einen anfälligen König und extreme Zeitnot hatte (3 Minuten für 20 Züge).
Um die versteckten Mattmotive Pascals abzuwehren, zog der Gegner einen weiteren Bauern vor dem König, was Pascal dazu veranlasste, 25 Minuten nach dem Gewinnweg zu suchen, den er letztlich auch fand. So gewann er sogar noch vor Michael und der Sieg war bereits perfekt.
Unterdessen hatte Michael die Dame für einen Turm gewonnen und verwertete wenige Minuten nach Pascal zum Endstand von 5,5:2,5.
Aktuell steht der SC Pirmasens auf dem 5. Platz, einen halben Brettpunkt hinter dem SC Mackenbach, auf welchen man in der 1. Runde getroffen ist. Spitzenreiter ist der SK Zweibrücken, für welchen mit Jan Raaphorst und Ralf Henkel zwei Spieler unserer 3. Mannschaft spielen.
Am 3. Spieltag (10.11.) trifft man im nächsten Heimspiel auf die 1. Mannschaft des SC Bann. Eine Mannschaft, die in Bestbesetzung zu den Topmannschaften der 2. Pfalzliga gehört.
Es spielten:
SC Pirmasens 1912 II – SC Rammelsbach
1. Herbert Dietzsch 0,5:0,5 Holger Diehl
2. Helmut Ortinau 0,5:0,5 Antonio Demuru
3. Pascal Laag 1:0 Torsten Ruth
4. Max Arndt 1:0 Herbert Gehrke
5. Michael Schaefer 1:0 Kevin Engels
6. Roland Kratz 0:1 Eric Sayer
7. Harald Wolf 0,5:0,5 Denni Hoffmann
8. Timon Winter 1:0 Albert Mann
Erstellt am 22 Okt. 2024 von Pascal Laag
Monatsblitz Oktober
In kleiner Runde wurde am 04. Oktober das Monatsblitzturnier im Pirmasenser Leibniz-Gymnasium ausgetragen.
Erstmals gelang es Pascal Laag, das Turnier ohne eine Niederlage abzuschließen und letztlich vor Andreas Stock zu gewinnen. Den dritten Platz belegte Jan Raaphorst.
Aufgrund des Überangebots an Schach aktuell (BJEM, Nibelungenopen in Worms, bevorstehende BEM und Dähnepokal, Heidelberger Schachherbst, usw….) ist die geringe Teilnehmeranzahl verständlich, wenn auch etwas schade.
Das nächste Monatsblitz-Turnier findet erst am 08.11. statt, da der 01. 11. ein Feiertag ist.
Das Ergebnis:
1. Pascal Laag (8,5)
2. Andreas Stock (8)
3. Jan Raaphorst (6,5)
4. Wolfgang Sauer (5)
5. Layla Beyerle (2)
6. Tina Dlouhy (0)
Erstellt am 13 Okt. 2024 von Pascal Laag
Das große Unentschieden: Mackenbach - Pirmasens II
Wir schreiben den 29.09.2024; Saisonauftakt 2. Pfalzliga.
Der Absteiger aus der 1. Pfalzliga, Pirmasens II ist zu Gast beim Vorjahresfünften aus Mackenbach.
Ersatzgeschwächt geht man als Außenseiter in die Begegnung gegen einen nahezu vollzähligen Gastgeber. Für den SCP debütierten die Jugendspieler Julian Klemm (Brett 7) und Leon Dahnert (Brett 8).
Den Auftakt zur Remisschlacht machte Roland Kratz, bei welchem sich früh viele Figuren tauschten. Das Endspiel war nicht mehr zu gewinnen. Was folgte, war einer der kuriosesten Spieltage der Vereinsgeschichte:
Julian Klemm und Leon Dahnert, beide mit deutlich geringerer DWZ, konnten ihre Partien beide halten. Dabei war Julians Stellung vor dem Zug des Gegners noch zwei Bauerneinheiten schlechter. Nach einem ungenauen Abtausch zeigte die Engine später Ausgleich an, was Julian am Brett so auch abschätzen konnte und das Remis zufrieden annahm.
Etwas später gaben auch Harald Wolf und Klemens Ranker ihre Partien remis.
Am Spitzenbrett traf Pascal Laag auf Harald Lares; es kam also zu einem Duell zweier Spieler, die bereits gemeinsam für die 1. Mannschaft gespielt haben. Pascal wählte den Panow-Angriff als Eröffnung und hatte lange eine sehr gute Stellung, weshalb er ein erstes Remisangebot auch ablehnte, in der Hoffnung, den Mannschaftskampf zugunsten der Schuhstädter entscheiden zu können. Er verpasste es jedoch, den isolierten Bauern auf der D-Linie aufzulösen, wodurch die Stellung nur noch ausgeglichen mit besseren Chancen für schwarz war. Einige Züge später bot Pascal dann Remis an. Es stand nun 3 – 3 nach 6 Remis.
Nachdem auch Max Arndt und Michael Schaefer ihre Partien jeweils Remis gaben, stand das Ergebnis von 4 – 4 durch 8 Remis fest. Ein Punktgewinn, über welchen die 2. Mannschaft sich sicherlich nicht beschweren kann, da der Gegner an allen 8 Brettern von der Wertungszahl überlegen war.
Der zweite Spieltag findet am 20.10.2024 im Pirmasenser Leibniz-Gymnasium statt. Gegner ist der SC Rammelsbach.
Die Ergebnisse im Überblick:
Harald Lares – Pascal Laag 1/2
Thomas Sourißeaux – Max Arndt 1/2
Kamran Sultanov – Michael Schaefer 1/2
Bernd Lange – Klemens Ranker 1/2
Volker Burger – Roland Kratz 1/2
Helmut Wörner – Harald Wolf 1/2
Heiko Reschke – Julian Klemm 1/2
Gottfried Schäfer – Leon Dahnert 1/2
Erstellt am 07 Okt. 2024 von Pascal Laag
2. Rheinland-Pfalz-Liga: Pirmasens I zittert sich ins Remis

Das Auftaktspiel in der 2. Rheinland-Pfalz-Liga führte unsere Erste in den Orient, genauer gesagt zum Schachverein „Vorwärts Orient Mainz“.
Vom Papier her ein schlagbarer, aufgrund zahlreicher Jugendspieler jedoch unberechenbarer Gegner.
Bis auf Kai-Uwe, der aus nördlicher Richtung kam, reisten wir alle mit Michaels „Mannschaftsbus“ an, der die Spieler an verschiedenen Haltestellen einsammelte.
Frank, der in der Vergangenheit fast immer mit den schwarzen Steinen antreten musste, hatte diesmal Weiß und packte sein geliebtes Mittelgambit aus.
Obwohl sich der Gegner durch lange Rochade einem direkten Königsangriff entzog, kam Frank auf beiden Flügeln zu aktivem Spiel und konnte die Partie für sich entscheiden.
Franks Kommentar: „Kaum lässt man mich mal wieder mit Weiß spielen…“.
Andreas ging die Partie zunächst ruhig an und gab seinem Gegner damit die Gelegenheit, einen falschen Plan zu wählen.
Nach einem Qualitätsgewinn ließ er sich den Sieg nicht mehr nehmen.
Michael hatte im höheren Sinne schon nach dem zweiten Zug gewonnen.
Er spielte nach 1.d4 d5 mit 2.Lf4! das Londoner System, das in der Pfalz auch gerne als „Zapp“ bezeichnet wird.
Der Gegner meinte nach der Partie, dass es danach ohnehin nur noch ein Spiel auf das schwarze Tor sei.
Entsprechend passiv baute er sich dann auch auf und wartete wie das Kaninchen nur noch darauf, dass die Schlange zubeißt:
Leider stellte Klaus seine Partie in dynamisch ausgeglichener Stellung durch ein taktisches Übersehen einzügig ein:
Nachdem Daniels Partie lange Zeit ausgeglichen stand, gelang es ihm im Endspiel, einen Bauern zu gewinnen.
Bei knapper Zeit verpasste er allerdings die Gelegenheit, den Vorteil festzuhalten.
Schließlich einigte man sich in völlig ausgeglichener Stellung auf Remis:
Mit 3,5:1,5 lagen wir immer noch klar in Führung.
Die drei verbliebenen Partien ließen allerdings nichts Gutes für uns erwarten.
Ich stand in meiner Partie nach einer missglückten Eröffnung die ganze Partie über mit dem Rücken zu Wand.
Das Damenendspiel mit Minusbauern konnte ich nicht mehr halten.
Harald hatte es versäumt, einen angegriffenen Läufer wegzuziehen.
Mit Minusfigur ging auch seine Partie verloren.
Beim Stand von 3,5:3,5 lief nur noch die Partie von Kai-Uwe.
Nach wechselhaftem Mittelspiel ergab sich ein spannendes Endspiel, in dem die Frage war, ob Kai-Uwe die weißen Freibauern noch halten kann.
Die Antwort lieferte der folgende Partieverlauf (Kommentare von Kai-Uwe):
Mit dem 4:4 zum Saisonauftakt waren wir nach dieser Zitterpartie zufrieden, auch wenn wir uns vor dem Kampf vielleicht mehr erhofft hatten.
Als nächsten Gegner erwarten wir am 13. Oktober den Kreuznacher SV in Pirmasens.
Vorw. Orient Mainz – SC Pirmasens 1912 4:4
1. Weber, Nikita – Barthel, Ansgar 1:0
2. Mohammadzadeh, Daris – Schmidt, Kai-Uwe 0,5:0,5
3. Müssig, Frank – Scherer, Frank 0:1
4. Polat, Marcel – Stock, Andreas 0:1
5. Flackus, Stefan – Marhöfer, Daniel 0,5:0,5
6. Brehme, Ralf-Peter – Lares, Harald 1:0
7. Müller, Christian – Müller, Michael 0:1
8. Hery, Bastian – Ludy, Klaus 1:0
Erstellt am 29 Sept. 2024 von Ansgar Barthel
Monatsblitz August
Im strömenden Regen von Pirmasens fand am 02.08.2024 das Monatsblitz August statt. Bereits früh im Turnier setzte sich mit Sebastian Knerr (3.), Pascal Laag (2.) und Andreas Stock (1.) das Spitzentrio von den anderen ab. Andreas schaffte es dabei einmal mehr, das gesamte Turnier ungeschlagen zu bleiben.
Ergebnis:
1. Andreas Stock (13,5/16)
2. Pascal Laag (12,5/16)
3. Sebastian Knerr (11,5/16)
4./5. Daniel Rein und Max Arndt (je 7,5/16, direkter Vergleich 1:1)
6. Klaus Ludy (7/16)
7. Harald Wolf (6,5/16)
8. Jan Raaphorst (4/16)
9. Layla Beyerle (2/16)
Erstellt am 03 Aug. 2024 von Pascal Laag
Monatsblitz Juli
Trotz der Julihitze und der beginnenden Sommerferien fanden sich 7 Schachfreunde, die am Monatsblitz Juli im Pirmasenser Leibniz-Gymnasium teilnahmen. Erfreulich war hierbei das gute Abschneiden der Jugendspieler Max Arndt und Cem Bakir. Sieger wurde (einmal mehr) Andreas Stock vor Pascal Laag.
Ergebnis:
1. Andreas Stock 10,5
2. Pascal Laag 6,5 (direkter Vergleich +)
3. Max Arndt 6,5 (direkter Vergleich -)
4. Cem Bakir 6
5. Wolfgang Sauer 5,5
6. Harald Wolf 4
7. Jan Raaphorst 3
Erstellt am 20 Juli 2024 von Pascal Laag
Monatsblitz Juni
11 Spieler kamen am 07.06. zum Monatsblitz Juni zusammen, zu dessen Beginn mit Bamberger Rauchbier angestoßen wurde.
Sieger des Turniers wurde Daniel Rein mit 8,5 von 10 möglichen Punkten. Einzig der Zweibrücker Sebastian Knerr konnte ihm eine Niederlage beibringen. Den 2./3. Platz teilten sich Andreas Stock und Pascal Laag mit jeweils 7,5 Punkten.
Ergebnis:
1. Daniel Rein – 8,5
2. Pascal Laag & Andreas Stock – jeweils 7,5
4. Max Arndt – 6,5
5. Klaus Ludy – 6
6. Daniel Marhöfer – 5,5
7. Jan Raaphorst – 5
8. Sebastian Knerr – 4,5
9. Layla Beyerle – 2
10. Harald Wolf – 1,5
11. Marc Cronauer – 0,5
Erstellt am 10 Juni 2024 von Pascal Laag
Reykjavik Open 2024
Anfang März machten sich mit Herbert und mir mal wieder zwei Pirmasenser auf den Weg nach Island zum renommierten Reykjavik Open.
Wir reisten knapp eine Woche vor dem Turnier an, um noch einige Tage an den Ostfjorden verbringen zu können – einer Region, die wir bei unseren früheren Island-Aufenthalten noch nicht besucht hatten.
Da der Weiterflug in den Osten erst am nächsten Tag möglich war, benötigten wir eine Übernachtung in Reykjavik.
Mit dem „Reykjavik Natura“ wählten wir ein Hotel, das eine große Schachtradition aufzuweisen hat: Fischer logierte hier 1972 während seines WM-Matches gegen Spassky, Hort und Spassky spielten hier 1977 ihr Kandidatenviertelfinale, bis 1988 war es einige Male Spiellokal des Reykjavik Open und zuletzt 2021 Austragungsort der Europaeinzelmeisterschaft.
Am nächsten Morgen ging es per einstündigem Inlandflug quer über die Insel weiter nach Egilsstaðir, der mit gut 2600 Einwohnern größten Stadt im Osten Islands.
Den See Lagarfljót, in dessen Tiefen ein Seeungeheuer hausen soll, konnten wir von unserem Hotel aus zu Fuß erreichen.
Für Ausflüge in die Fjordstädte Seyðisfjörður und Neskaupstaður nahmen wir den kostengünstigen öffentlichen Bus.
Seyðisfjörður ist für seine bunten Häuser und seinen Naturhafen bekannt, der Island im Sommer per Autofähre über die Färöer und Dänemark mit dem europäischen Festland verbindet.
Neben Siglufjörður war es eines der beiden Hauptdrehorte der 1. Staffel der Krimiserie „Trapped – Gefangen in Island“.
Neskaupstaður ist von bis zu 1000 m hohen Bergrücken umgeben und per Land durch einen 7,5 km langen Tunnel erreichbar, der bei schlechten Wetterbedingungen gesperrt wird.
Man nennt den kleinen Fischerort auch Litla Moskva („Klein-Moskau“), da er früher als einzige Gemeinde in Island mehr als 50 Jahre lang sozialistisch regiert wurde.
Das schlechte Wetter dort überbrückten wir in einem gemütlichen Café, bis uns der einmal täglich fahrende Bus wieder zurück nach Egilsstaðir brachte.
Am letzten Tag vor unserem Rückflug nach Rekjavik meinte es das Wetter immer noch nicht gut mit uns, aber der Besuch im Geothermalfreibad „Vök“ war somit umso schöner.
Für die Tage während des Turniers hatten wir ein geräumiges Appartment mit Küche im Zentrum von Reykjavik unweit der bekannten Hallgrimskirche gebucht.
Spiellokal war wie in den Jahren zuvor wieder das extravagante Konzert- und Konferenzhaus Harpa nahe des alten Hafens.
Da es viel regnete, verzichteten wir auf größere Tagesausfüge und spielten erstmals alle 9 Runden des Turniers durch.
Die freie Zeit vor und nach den Runden nutzten wir für Sinfoniekonzerte in der Harpa, den Besuch einer Lava-Show und einen Kampf gegen den Eisbären im Saga-Museum.
Schachlich erging es uns wie folgt:
1. Runde
Dietzsch, Herbert (1998) – FM Dauner, Benedikt (2366) 0:1
Barthel, Ansgar (2073) – GM Zhu, Jiner (2467) 0:1
Herbert und ich wurden jeweils mit Weiß gegen nominell deutlich stärkere Gegner gelost.
Lustigerweise bekamen wir beide die Lc5-Variante im Sizilianer aufs Brett, die ich mit Herbert kurz angeschaut hatte, da sein Gegner diese gelegentlich spielt.
Nun konnte ich zu meiner Überraschung ebenfalls von der Vorbereitung profitieren. Unsere Partien verliefen bis zum 12. Zug identisch, dann wich Herbert ab, während ich der Vorbereitung noch bis zum 16. Zug folgte. Herbert entglitt die Partie nach der Eröffnung. Er musste eine Qualität geben, aber nach ungenauem Spiel seines Gegners bekam er später die Chance zum Ausgleich, die er leider nicht nutzte.
Ich erhielt eine gute Angriffstellung, fand aber nicht die stärkste Fortsetzung und wurde von meiner Gegnerin ausgekontert.
2. Runde
Mercure, Gilbert (1804) – Dietzsch, Herbert (1998) 0:1
Manenschijn, Wouter (1864) – Barthel, Ansgar (2073) 0:1
Herbert konnte den Bauern, den sein Gegner im sizilianischen Flügelgambit geopfert hatte, bis ins Endspiel retten, musste dann aber bei knapper Zeit, als plötzlich Matt drohte, den starken Zug 43…Sc6! finden, um den Vorteil in einen Sieg umzumünzen.
Mein junger Gegner spielte gegen meine Aljechin-Verteidigung den scharfen Vierbauernangriff, verlor aber bei taktischen Verwicklungen den Überblick.
3. Runde
Dietzsch, Herbert (1998) – WGM Pourkashiyan, Atousa (2270) 0:1
Barthel, Ansgar (2073) – Winnubst, Paul (1681) 1:0
Herbert hatte Weiß gegen Hikaru Nakamuras Ehefrau Atousa Pourkashiyan. Die Eröffnung verlief nicht gut für ihn und resultierte in einem Bauernverlust. Dann aber unterschätzte seine Gegnerin Herberts Konterchancen. Er bekam entscheidenden Königsangriff und verpasste ein forciertes dreizügiges Matt.
Stattdessen „begnügte“ er sich mit einem Turmgewinn. Leider achtete er in völliger Gewinnstellung nicht auf seine Uhr und überschritt die Zeit. Ähnlich muss sich Hort 1977 im Kandidatenmatch gegen Spassky in Reykjavik gefühlt haben, als er in Gewinnstellung die Zeit überschritt und danach das Match knapp verlor.
Ich hatte es erneut mit einem diesmal noch jüngeren Holländer zu tun. Nach Ungenauigkeiten meines Gegners in der Sweschnikow-Variante kam ich positionell in Vorteil. Diesen wollte ich sofort in materiellen Vorteil umwandeln, was meinem Gegner jedoch zu Gegenspiel verhalf. Schließlich konnte ich in ein Turm-Leichtfigur-Endspiel mit einem Mehrbauern abwickeln, das bei bester Verteidigung wohl nicht für mich zu gewinnen gewesen wäre. Mein Gegner spielte jedoch zu passiv, so dass ich das Endspiel nach langem Kampf doch noch für mich entscheiden konnte.
Als Rahmenprogramm wurde am Abend wieder das traditionelle Pub-Quiz veranstaltet, das jedoch erst mit Verspätung gestartet werden konnte.
Nicht wegen des Vulkanausbruchs auf der nahegelegenen Reykjanes-Halbinsel, der live in den Turniersaal übertragen wurde, sondern weil noch eine Partie der dritten Runde lief.
Herbert und ich nahmen wieder als Team „Bärmesenser Schlabbefligger“ teil und erreichten bei teilweise sehr schwierigen (Schach-)Fragen einen respektablen Mittelplatz.
4. Runde
Zarriess, Benjamin (1798) – Dietzsch, Herbert (1998) 0:1
IM Fantinel, Thibault (2421) – Barthel, Ansgar (2073) 1:0
Herbert musste lange lavieren, bis sich taktische Chancen ergaben, und am Ende stellte sein Gegner die Partie mit 33.Sg5+?? ein. Die beiden waren sich in der Post-Mortem-Analyse schnell einig, dass die Alternative 33.Sxc5! zwar besser gewesen wäre, letztendlich aber auch verliert. Der Computer zeigte dann am Abend allerdings, dass nicht Herbert, sondern sein Gegner klar besser gestanden hätte.
Ich hatte Schwarz gegen einen französischen IM, der gut auf meine Aljechin-Verteidigung vorbereitet war. In einem Turm-Leichtfigur-Endspiel konnte ich mich mit einem Minusbauern lange Zeit zäh verteidigen, aber bei beidseitig knapper Zeit ließ ich mir schließlich meinen Turm einsperren. Mein Gegner spielte hier den auf den ersten Blick logischen Zug 75.Kxh7??.
Bei knapper Zeit gab ich nach 75…Sc5?? 76.Tb5 Kd6 77.Txc5 Kxc5 78.Kg7 auf. Später zeigte mir der Computer, dass die Stellung mit 75…Sc7! wegen der Fesselung auf der 7. Reihe Remis zu halten gewesen wäre: 76.Tb6 Sxa6! oder 76.Kg6 Sxa6, und der h-Bauer reicht nicht zum Sieg.
5. Runde
Dietzsch, Herbert (1998) – Demir, Hilmi Mustafa (1842) 1:0
Barthel, Ansgar (2073) – Erskine-Pereira, Jack (1903) 0:1
In einer italienischen Partie zog Herberts Gegner seine die Königsflügelbauern forsch vor, aber nachdem Herbert den Königsflügel abgeriegelt hatte, fand sein König dort ein sicheres Plätzchen. Der gegnerische König am Damenflügel hingegen geriet in einen heftigen Angriff. Als auch noch die c-Linie vor dem König geöfnnet wurde, gab es keine Verteidigung mehr.
Ich hatte in dieser Runde meine schwächste Partie. Nachdem ich gegen die französische Verteidigung gut aus der Eröffnung gekommen war, spielte ich unnötig vorsichtig und ermöglichte meinem Gegener Konterchancen, die dieser dann auch nutzte und im Endspiel verwertete.
6. Runde
Chasin, Nico (2447) – Dietzsch, Herbert (1998) 1:0
Kaergaard, Sissel (1795) – Barthel, Ansgar (2073) 0:1
Diese Runde war für Herbert die Höchststrafe: nicht nur, dass er mit Schwarz gegen einen jungen IM antreten musste, die Partie fand zudem noch im abgetrennten Streaming-Bereich am Tisch neben den Botez-Schwestern statt und wurde live im Internet übertragen. Herbert war dem Druck nicht gewachsen: nach einer schwachen Eröffnung kam er schnell unter die Räder und musste im 30. Zug aufgeben. Ähnliches widerfuhr ihm zwei Jahre zuvor beim Reykjavik Open, als er an einem Live-Brett chancenlos gegen IM Robert Baskin verlor.
Gegen den Betonaufbau meiner Gegnerin fiel mir nichts besseres ein, als nicht ganz korrekt einen Bauern zu opfern, um die Stellung ein wenig zu komplizieren. Überraschenderweise nahm meine Gegnerin das Bauernopfer nicht an und manövrierte sich in eine Lage, in der ihre Dame in Bedrängnis geriet. Das als Befreiungsschlag gedachte Figurenopfer schlug nicht durch, so dass ich meine Mehrfigur ins Endspiel retten konnte. Trotzdem musste ich während der Partie eine Schrecksekunde überstehen, da meine Gegnerin nach einem unvorsichtigen Zug meinerseits mit 32.e5! dxe5 33.Txe5! zurück ins Spiel hätte kommen können.
7. Runde
Dietzsch, Herbert (1998) – Geirsson, Kristjan (1819) 0:1
Barthel, Ansgar (2073) – Helgadottir, Idunn (1849) 1:0
Herbert hatte zum zweiten Mal in diesem Turnier mit Weiß eine italienische Partie, in der der Gegner mit den Bauern am Königsflügel vorstürmte.
In der Diagrammstellung muss sich Herbert nur noch ein Luftloch mit 22.h3! machen, um den Bauern d6 dann im darauffolgenden Zug zu verspeisen.
Er spielte allerdings voreilig 22.Sxd6??, und musste nach 22…Sxd6 23.Txd6 Txd6 24.Dxd6 Td8! wegen der Grundlinienschwäche aufgeben.
Nach der Partie konnte er sich nicht erklären, warum er das Motiv zugelassen hat, da er es eigentlich gesehen hatte, nach dem Zug 21…g5 seines Gegners aber aus irgendwelchen Gründen dachte, dass es dann nicht mehr geht.
Nach einer missglückten Eröffnung wehrte sich meine junge Gegnerin tapfer. Nach langem Kampf kam es zu folgender Situation im Endspiel.
Hier hätte meine Gegnerin den Zug 49…Lh5! finden müssen, um Remischancen zu wahren. Stattdessen spielte sie 49…Le4?? und konnte nach 50.Tf8! das Matt nicht mehr verhindern.
8. Runde
Gudnyjarson, Sigurdur Pall (1789) – Dietzsch, Herbert (1998) ½:½
Tripathi, Pratyush (1905) – Barthel, Ansgar (2073) ½:½
Herbert spielte eine ruhige Partie, in der nach einigen schnellen Abtäuschen nicht viel passierte.
Nach 16…Ld4? 17.Lg5 Dxg5 18.Lxf5 g6 19.Lh3 Df6 einigte man sich auf Remis.
Doch auch hier fand die Engine später eine verblüffende Möglichkeit für Herbert:
16…Lxg3!! 17.hg3: Dg6! oder 17.fg3: De6 mit klarem Vorteil.
Ich ließ meinen Gegner aus einer zweifelhaften Eröffnung entkommen und musste schließlich umsichtig spielen, um die Partie in den Remishafen zu lenken.
9. Runde
Dietzsch, Herbert (1998) – Hermannsson, Sigurbjorn (1791) ½:½
Barthel, Ansgar (2073) – Sanitt, Ethan (1914) 1:0
In der Schlußrunde lieferte Herbert ein Beispiel dafür, dass man in einer Partie immer das ganze Brett im Auge behalten sollte.
Nach 22…Sf6 konnte Herbert mit 23.Lh4? g5 24.Lf2 Lxd5 25.Sxd5 Sxd5 26.Txd5 Tc6 nichts rausholen.
Hätte er seinen Blick über die andere Bretthälfte schweifen lassen, hätte er sicher das einfache 24.Lb6! mit Figurengewinn gefunden.
Mein Eröffnungsexperiment bewährte sich.
Mit 14.e5! Sg4 15.e6! Dxe6 16.d5 gewann ich Material und damit dann auch später die Partie.
Eine Überraschung erlebten wir an unserem letzten Tag in Island: auf unserer Busfahrt zum Flughafen Keflavik in den frühen Morgenstunden sahen wir plötzlich den Vulkanausbruch aus sicherer Distanz.
Fazit: es war wieder eine schöne Mischung aus Urlaub und Schach in einem aufregenden Land.
Alle Ergebnisse:
Reykjavik Open 2024
Frühere Berichte zu Turnieren in Island:
Reykjavikopen 19.-27.04.2017
Icelandic Open Akureyri 2019
Reykjavik Open 2022
Harpa-Streiflichter (Reykjavik open 2022)
Erstellt am 27 Mai 2024 von Ansgar Barthel
SC Pirmasens bei Schulfest der Nardinischule
Seit mindestens 15 Jahren gab es in der Pirmasenser Nardinischule – eine private Grund- und Hauptschule in direkter Nähe zu unserem Spiellokal, dem Leibniz-Gymnasium – kein Schulfest mehr. Schulleiter Lars Schmitt hatte zur Neuauflage eine besondere Idee: Er lud die Pirmasenser Vereine ein, sich seinen Schülerinnen und Schülern zu präsentieren. Ein Schulfest FÜR die Schülerschaft. Eine tolle Idee!

Blick in die Schach-Station
Der Schachclub Pirmasens war natürlich mit dabei und organisierte eine Station, bei der Schülergruppen in das Schachspiel hineinschnuppern konnten. Natürlich war auch freies Spiel für Jedermann möglich. Jan Raaphorst und Michael Müller trafen auf zahlreiche Kinder und Jugendliche, die sich für das Schachspiel interessierten. Die eine und der andere wollen nach den ersten Zügen auf dem Brett am Schulfest nun auch beim Trainingsabend vorbeischauen. Dieser findet jeden Freitag von 18 Uhr bis in der Regel 20 Uhr statt.

Jugendtrainer Jan Raaphorst beim Trainingsspiel
Erstellt am 28 Apr. 2024 von Michael Müller
Schachkongress Senior-Blitzmeister: Andreas Stock!
Am Samstag, der 23. März, holte sich Andreas Stock einen Blitzmeistertitel beim Schachkongress 2024 in Neustadt. Mit 10,5 Punkte aus 19 Partien war er der beste Senior im ganzen Feld.
FM Arkadi Syrov von SK Frankental wurde pfälzischer Blitzmeister 2024. Die Sonderwertung Bester Senior konnte allerdings am Turnierabend leider nicht vergeben werden. Andreas hätte diese entgegennehmen dürfen, war aber nicht mehr da. Turnierleiter Dirk Hirse (der Andreas schon sehr lange kennt, mit einem Augenzwinkern): „Wir waren uns nicht sicher, ob der Jungsenior nicht so lange aufbleiben durfte, früher ins Bett musste oder sich einfach noch nicht daran gewöhnt hat mittlerweile in die Kategorie Senior zu fallen?„. Am Morgen danach vor dem Start der nächsten Runde konnte diese Ehrung aber nachgeholt werden. Früh Aufstehen scheint Andreas besser zu liegen ;-)
Pirmasenser in der Endrangliste:
13. Amin Mohammed 11,5 Punkte
24. Andreas Stock 10,5 Punkte
34. Pascal Laag 9,5 Punkte
35. Daniel Marhöfer 9,5 Punkte
38. Klaus Ludy 9,5 Punkte
55. Max Keller 8 Punkte
Mehr Details auf der Schachkongress-Webseite.
Erstellt am 28 März 2024 von Jan Raaphorst
Andreas Stock und Denis Clauer sind Bezirksmeister!
Am 03.02.2024 fand im Pirmasenser Leibniz-Gymnasium die letzte Runde der in diesem Jahr gut besuchten Bezirkseinzelmeisterschaft im Bezirk V statt. Der SC Pirmasens schnitt dabei in diesem Jahr außerordentlich erfolgreich ab. Man konnte nicht nur – wie in den vergangenen Jahren – den Preis für den teilnehmerstärksten Verein erlangen, sondern gewann die ersten 3 Plätze und einen Ratingpreis.
Andreas Stock, Titelverteidiger des Vorjahres, wurde mit vier Siegen in den ersten vier Spielen seiner Favoritenrolle gerecht. Im letzten Spiel gegen Michael Müller genügte ihm ein Remis zum souveränen Turniersieg (4,5/5). Michael Müller belegte aufgrund der besseren Feinwertung dennoch den 2. Platz vor Jürgen Anton (beide 4/5). Mit 3 Punkten beendete Max Arndt das Turnier auf dem 7. Platz und gewann somit den Ratingpreis unter 1600 DWZ.

v.l.n.r. Jürgen Anton, Andreas Stock, Michael Müller, Max Arndt, Ralf Henkel
Weitere Teilnehmer des SC Pirmasens waren David Schwarz, Pascal Laag (beide 3 Punkte), Jan Raaphorst (2,5), Harald Wolf, Cem Bakir (je 2 Punkte), Muchen Zhang, Damian Semuschkin (1 Punkt) und Patrick Treitz.
Bereits einen Tag zuvor fand die Bezirksblitzmeisterschaft statt. Den ersten Platz konnte sich Denis Clauer nach einer starken Turnierleistung mit 10,5/13 Punkten sichern. Dabei fügte er dem Zweitplatzierten Pascal Laag (10 Punkte) dessen einzige Niederlage zu. Den dritten Platz belegte mit 9,5 Punkten Andreas Stock [alle SC Pirmasens].

v.l.n.r. Andreas Stock, Denis Clauer, Pascal Laag
Erstellt am 13 Feb. 2024 von Pascal Laag
Nachbericht: BJEM 2023 in Bann
Am 04. und 05.11. 2023 fand in Bann die erste gemeinsame Bezirksjugendeinzelmeisterschaft der Bezirke I und V statt. Der SC Pirmasens war mit Max Arndt (U18), Cem Bakir (U16) und dem neuen Passivspieler Max Keller (aktiv beim SK Hauenstein – ebenfalls U16) 3x im Teilnehmerfeld vertreten.
Der ausführliche Bericht von André Bold, dem Bezirksjugendleiter aus Bezirk I, ist auf der Homepage des PSB zu finden.
Max A. und Cem konnten sich durch ihre Leistungen bei der BJEM für die PJEM im Januar 2024 in Bad Dürkheim qualifizieren. Insgesamt haben die Teilnehmer aus Bezirk V sehr gute Ergebnisse erzielen können, wobei mit Julian Klemm (U16, SK Hauenstein) der Bezirk sogar einen Turniersieger stellen konnte. Die weiteren Bezirksmeister aus Bezirk V waren Joshua Kraus (U12, SK Hauenstein), Luka Gvedashvili (U14, SK Zweibrücken) und Max Arndt (U18, SC Pirmasens).
Erstellt am 12 Dez. 2023 von Pascal Laag
Monatsblitz Oktober

In kleiner Runde (nur 8 Teilnehmer) fand am 06.10. das Monatsblitz Oktober im Pirmasenser Leibniz-Gymnasium statt. Andreas Stock verlor keine Partie aus 14 Runden und gab lediglich 3 Remis (gegen Daniel Rein, Daniel Marhöfer und Pascal Laag). Zweiter wurde Pascal Laag (11 Punkte), Platz drei belegte Daniel Rein (9,5 Punkte). Ein ebenfalls starkes Turnier spielte Max Arndt, der mit 6,5 Punkten im starken Teilnehmerfeld den geteilten 4. Platz belegte.
1. Andreas Stock (12,5)
2. Pascal Laag (11)
3. Daniel Rein (9,5)
4. Max Arndt (6,5)
4. Daniel Marhöfer (6,5) – beide punkt/wertungsgleich
6. Jan Raaphorst (6)
7. Wolfgang Sauer (4)
8. Marcel Caple (0)
ACHTUNG:
Das Monatsblitz November ist noch nicht fix terminiert, da am 03.11. auch ein Blitzturnier in Worms stattfindet und am gleichen Wochenende die BJEM in Bann ausgetragen wird. Es ist möglich, dass sich dieses Turnier um eine Woche verschiebt. Genaueres entnehmen Sie bitte der Startseite unserer Homepage.
Erstellt am 07 Okt. 2023 von Pascal Laag